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08.02.2017

Für jedes Kind ist ein Wohnplatz gefunden

Sankt Vincenzstift übernimmt Kinderhaus Frank zum 1. April

Sicherheit für die Bewohner: Das Vincenzstift übernimmt das Kinderhaus Frank (Foto: St. Vincenzstift Aulhausen)

FRANKFURT/RÜDESHEIM.- Das Sankt Vincenzstift hat für alle Bewohner des Kinderhauses Frank in Sossenheim einen Wohnplatz gefunden. „Wir hatten den Eltern Mitte Dezember die Zusage gemacht, allen Kindern und Erwachsenen einen Wohnplatz anzubieten“, so Martin Pappert, der Pädagogische Geschäftsführer des Sankt Vincenzstifts. „Das ist uns gelungen.“ Zum 1. April übernimmt das Sankt Vincenzstift die Trägerschaft für die Wohneinrichtung, die seit Ende der 1990er Jahre vom Verein Arbeits- und Erziehungshilfe e.V. (vae) geführt worden ist. Am aktuellen Standort ist ein Neubau geplant.

Einzelgespräche mit den Eltern 

Im Januar waren Mitarbeiter des Sankt Vincenzstifts in den Arbeitsalltag des Kinderhauses Frank eingebunden, um die Kinder kennen zu lernen und den passenden Wohnplatz für sie zu prüfen. „Wir haben den Eltern angeboten, an vier verschiedenen Tagen unsere beiden Kinderhäuser Jona in Offenbach und Jonathan in Hofheim kennen zu lernen, wo wir dem Großteil der Kinder einen Platz anbieten“, sagte Stefan Solf, der Leiter der Wohnangebote des Sankt Vincenzstiftes im Rhein-Main-Gebiet. „In den nächsten Tagen und Wochen finden mit den Eltern Einzelgespräche statt, um mit ihnen gemeinsam über den künftigen Wohnplatz ihres Angehörigen zu entscheiden, so dass die Umzüge wie geplant Anfang April erfolgen können.“  Die Kinder könnten weiterhin die Viktor-Frankl-Schule besuchen, die Stadt Frankfurt werde weiterhin den Transport übernehmen.

Wichtig ist, dass es passt 

„Wir sind überzeugt, dass wir nun für jeden Bewohner ein gutes Angebot machen können“, so Caspar Söling, der Sprecher der Geschäftsführung des Sankt Vincenzstifts. „Hierfür werden wir Wohngruppen auch umstrukturieren, die Zusammensetzung der Bewohner ändern und Betreuungskonzepte anpassen – so, wie wir das immer tun, wenn wir neue Bewohner aufnehmen. Für ein Kind wurde eine Betreuungsmöglichkeit in einem anderen Bundesland gefunden. Drei Kinder, die eine Sauerstoffunterstützung benötigen, können noch im Februar in eine entsprechend spezialisierte Einrichtung in einem anderen Bundesland ziehen. Eine schriftliche Zusage der dortigen Leitung liegt vor. Vier erwachsene Bewohner ziehen nach Oberursel. Vier Kinder können in das Kinderhaus Jona ziehen, das das Sankt Vincenzstift in Offenbach betreibt. Sieben Kinder können ins Kinderhaus Jonathan in Hofheim ziehen, ebenfalls in Trägerschaft des Sank Vincenzstifts.

Die Eltern entscheiden

Diese Planungen seien auch mit den Mitarbeitern des Kinderhauses Frank fachlich abgestimmt, die die Kinder aktuell begleiten.  Ein Schreiben an die Eltern mit dem entsprechenden Angebot sei an die Eltern versandt worden. „Wir bieten die Plätze an“, so Dr. Dr. Caspar Söling. „Das war und ist unsere Zusage. Die Eltern entscheiden, ob sie das Angebot annehmen. Wir können ihnen zusichern, dass ihr Kind bei uns gut aufgehoben ist – aber die letzte Entscheidung, ob sie ihr Kind uns oder jemand anderem anvertrauen möchten, liegt in ihrer Hand.“

Mehr Teilhabe durch dezentrale Angebote

„Neue Bewohner, neue gesetzliche Anforderungen, neue pädagogische Konzepte – seit seinem Bestehen muss sich das Sankt Vincenzstift ständig sich ändernden Rahmenbedingungen anpassen, um eine gute Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigung sicher zu stellen“, erläutert Dr. Söling das Konzept. „Seit rund zehn Jahren bauen wir das komplette Vincenzstift sowohl räumlich als auch konzeptionell um, um beispielsweise auch mit mehr dezentralen Angeboten mehr Teilhabe zu ermöglichen.“ Diese Erfahrungen wolle das Vincenzstift nun auch bei der Übernahme des Kinderhauses Frank einbringen. (pm)