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Dem Mädchenkulturzentrum Mafalda droht Obdachlosigkeit

Gesucht werden neue Räume im Nordend, Ostend oder Bornheim
Dem Mädchenkulturzentrum Mafalda droht Obdachlosigkeit
Dem Mädchenkulturzentrum Mafalda droht Obdachlosigkeit
Auf die Straße geht das Mafalda gern, aber auf Dauer braucht es ein Dach über dem Kopf. © Mafalda

Das Mädchenkulturzentrum Mafalda ist in höchster Wohnungsnot: Zum 4. Mal seit der Übernahme der Trägerschaft durch Junularo Frankfurt e.V. im Jahr 2005 droht dem Zentrum, das ein Angebot nur für Mädchen mit Workshops, Schülerinnencafé und Kulturprogramm organisiert, die Obdachlosigkeit. Dringend gesucht werden neue Räume im Nordend, Ostend oder Bornheim mit mindestens 150 oder 200 Quadratmetern, die sich auf zwei große Räume und ein Büro aufteilen lassen.

Wie Einrichtungsleiterin Meike Helmbrecht am Mittwoch, 22. Mai, in einem Pressegespräch berichtete, hat der bisherige Hausbesitzer in der Gaußstraße im Nordend der Einrichtung und einer Kita des Caritasverbandes im Haus gekündigt, um das Gebäude abzureißen und Wohnungen darauf zu bauen. Im Laufe des Herbstes müssen die Räume geräumt werden. Dann stehe das Mafalda auf der Straße.

Gefahr für feministische Mädchenarbeit in Frankfurt

Bis vor wenigen Tagen habe das Mädchenkulturzentrum noch Aussicht auf eine neue Bleibe am Merianplatz gehabt, so Helmbrecht: „Dies ist nun geplatzt. Beim aktuellen Immobilienmarkt bedeutet das für uns eine Katastrophe: Die Mädchen und die Pädagoginnen stehen ab September im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße. Das wäre auch für die feministische Mädchenarbeit der Stadt Frankfurt eine Katastrophe.“

Geschäftsführerin Barbara Weichler ergänzt, das Team, die Mädchen und die Geschäftsführung von Junularo seien gerade dabei, alle Kräfte zu mobilisieren, um die Fortsetzung der erfolgreichen Mädchenarbeit, „in einem Gebiet, in dem es für sie ausschließlich dieses spezifische Angebot gibt“, zu sichern. Dazu mobilisieren sie alle Kontakte in die Stadt, die Politik und die katholische Kirche, die Junularo mit der Katholischen Studierenden Jugend KSJ unterstützt. „Überall erfahren wir Betroffenheit und Unterstützung und erleben die Anerkennung, die das Mafalda in der Stadtgesellschaft genießt,“ zeigt sich Barbara Weichler dankbar. „Dennoch kann sich niemand Räume backen, deshalb hoffen wir auf die Öffentlichkeit.“ In den nächsten Tagen wollen die Mädchen mit selbst erstellten Plakaten im Stadtteil die Läden aufsuchen und hoffen, dass viele Geschäftsleute einen Aushang erlauben.

Im Mafalda finden täglich von Dienstag bis Freitag Workshops zu Kunst, Theater, Tanz und Filmen statt, die Mädchen erhalten Schulunterstützung und ein warmes, selbst gekochtes Mittagessen. Kern des Angebotes ist das Café, in dem die Mädchen sich frei von Anforderungen aufhalten können. Der wöchentliche Stammtisch der Mädchen entscheidet mit über die Angebote und organisiert eigene Ausflüge und Events. Das Mafalda wird täglich von bis zu 25 bis 30 Mädchen besucht.