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„cafe deutschland“ gewinnt Senfkornpreis 2018
„cafe deutschland“ gewinnt Senfkornpreis 2018
Stolze Gewinner – Einige der Engagierten im Projekt „cafe deutschland“ mit Caritas-Direktorin Gaby Hagmans (re.) © Caritas-Verband Frankfurt

„cafe deutschland“ gewinnt Senfkornpreis 2018

Projekt überzeugt Jury mit inklusivem Angebot für neuzugezogene Frankfurter

Das Projekt „cafe deutschland“ hat den Senfkornpreis gewonnen. Die Gruppe fördert die Integration von Geflüchteten, indem sie Begegnungsmöglichkeiten zwischen Flüchtlingen und Menschen schafft, die schon länger in Frankfurt leben. Der Preis für beispielhaftes soziales Engagement wird seit 1986 von der Arbeitsgemeinschaft Caritas der Gemeinde (ArGe) und dem Caritasverband verliehen und ist mit 1.000 Euro dotiert. ArGe-Sprecherin Ingrid Iwanowsky und Caritasdirektorin Gaby Hagmans überreichten die Auszeichnung bei einem Ehrenamtsfest am Samstag, 21. April, in der Caritas-Zentrale.

„Mit einem hohen Maß an Selbstverantwortung und Leidenschaft geben die vielen ehrenamtlich arbeitenden cafe-Teams diesem besonderen Angebot ein Gesicht“, sagte die Caritasdirektorin. „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie alle Bewerberinnen und Bewerber um den Senfkornpreis Zeichen für eine lebendige und solidarische Stadtgesellschaft setzen. Mit ihrem Einsatz verdeutlichen sie, dass freiwilliges soziales Engagement einen hohen Stellenwert in Frankfurt hat“. 

Integration kann durch Begegnung gelingen

„Begegnungen von langjährigen und neu zugezogenen Frankfurterinnen und Frankfurtern sind für alle ein Erfahrungsgewinn. Wenn kulturelle und soziale Unterschiede angesprochen werden, kann Integration gelingen. Das ist die ideale Grundlage für ein friedliches Zusammenleben in unserer Stadtgesellschaft“, betonte Andreas Böss-Ostendorf, Referent für diakonische Pastoral der Katholischen Stadtkirche und einer der drei Projektleiter bei cafe deutschland.

Aktuell öffnen die cafes an fünf Tagen in der Woche. Hier treffen sich in Räumen, die von evangelischen und katholischen Kirchengemeinden und sozialen Trägern zur Verfügung gestellt werden, in der Regel rund 15 Geflüchtete und Frankfurter Bürger. Ein Team von vier bis sechs Ehrenamtlichen ist pro Veranstaltungstag im Einsatz. Rund 50 sind im ökumenischen Kooperationsprojekt insgesamt aktiv. Sie organisieren die Räumlichkeiten, koordinieren und haben ein offenes Ohr für Fragen und Probleme. Bei Bedarf vermitteln sie auch den Kontakt zu unterstützenden Angeboten in der Stadt.

Außerdem tauschen sich die Engagierten regelmäßig auch zu Fachthemen aus. Dazu zählen beispielsweise interkulturelle Kommunikation und Asylrecht. Im ‚cafe deutschland‘  haben alle Gäste etwa zwei Stunden lang die Möglichkeit, sich kennenzulernen und sich auszutauschen. Die Geflüchteten können so gleichzeitig auch ihre Sprachkenntnisse verbessern. Dabei sind Erfahrungen des einen eine nützliche Hilfestellung für den anderen.

„Die kontinuierlich hohen Gästezahlen geben uns Recht. Es gibt ein großes Interesse an Begegnung und Unterstützung“, stellte Heike Seidel-Hoffmann, Pfarrerin in der Diakonie Frankfurt und Projektleiterin fest. „Deshalb ist unser Ziel zukünftig an jedem Wochentag ein ‚cafe deutschland‘ anbieten zu können.“ An Flüchtlingsbegleitung Interessierte können sich dem Projekt jederzeit anschließen und weitere ‚cafe deutschland‘ an neuen Standorten eröffnen. Informationen hierzu gibt Robert Biersack, Ehrenamtskoordinator in der Flüchtlingshilfe im Caritasverband Frankfurt, und ebenfalls Projektleiter. Das Preisgeld soll für die Unterstützung der Geflüchteten verwendet werden.

Über den Senfkornpreis

Den mit 1.000 Euro dotierten Senfkornpreis erhält seit 1986 jedes Jahr eine ehrenamtliche Initiative in Frankfurt am Main für beispielhaftes soziales Engagement – verliehen durch die Arbeitsgemeinschaft Caritas der Gemeinde (ArGe) und den Caritasverband Frankfurt e. V. Der Preis soll ein Zeichen für die Lebendigkeit und Solidarität freiwilligen sozialen Engagements in Frankfurt setzen.