FRANKFURT
Der Synodale Weg - verständlich erklärt
Fest im Glauben – nah am Menschen
Stand: Nach der vierten Synodalversammlung vom 8. bis 10. September 2022
Der Synodale Weg hat es sich seit 2019 zur Aufgabe gemacht, die katholische Kirche in Deutschland grundlegend zu reformieren. Er sucht nach Antworten auf die erschütternde Wahrheit über sexuelle Gewalt und geistlichen Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland und weltweit. Dabei ist es nötig, Macht und Gewaltenteilung in der Kirche zu verändern, Sexualität und Partnerschaft nach heutigen wissenschaftlichen und ethischen Erkenntnissen neu zu bewerten, das Leben der Priester neu in den Blick zu nehmen und die Rolle von Frauen in Diensten und Ämtern einer Gesellschaft anzupassen, für die die Gleichberechtigung der Geschlechter Wesenskern ist. Die angestrebten Reformen sollen die christliche Botschaft stärken und den Glauben vertiefen, indem sie nahe an den Menschen ein glaubwürdiges und glaubenswertes Bild von Kirche vermitteln.
Aus Zeitmangel konnten bei der vierten Synodalversammlung vom 8. bis 10. September 2022 nur fünf Texte in zweiter Lesung behandelt werden. Während der Grundtext zu „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“ (Forum IV) über eine Neuorientierung der katholischen Sexualmoral an der Sperrminorität der Bischöfe scheiterte, wurden vier andere Texte positiv beschieden: die Einrichtung eines Synodalen Rates (Forum I - Macht und Gewaltenteilung in der Kirche), der Grundtext zu Frauen in kirchlichen Ämtern und Diensten (Forum III) und die Handlungstexte über eine lehramtliche Neubewertung von Homosexualität sowie die Änderung der Grundordnung des kirchlichen Dienstes (beide Forum IV).
Drei Texte wurden in erster Lesung eingebracht. Das war notwendig, da der Synodale Weg im März 2023 zum letzten Mal tagt. Nur Texte, die bis dahin mindestens in erster Lesung behandelt wurden, sind laut Satzung im März 23 beschlussfähig.
Angenommen wurden in erster Lesung die Handlungstexte „Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt“, „Enttabuisierung und Normalisierung – Voten zur Situation nicht heterosexueller Priester“ und „Verkündigung des Evangeliums durch Frauen in Wort und Sakrament“.
Zum besseren Verständnis werden die wesentlichen Aussagen aller Texte kurz zusammengefasst, ein Link führt jeweils zu den Originaltexten.