Frankfurt

Das Glaubensbekenntnis feiert Geburtstag

Im Jahr 325 einigten sich einigten sich die Bischöfe der damaligen Welt auf ein gemeinsames Glaubensbekenntnis. 1700 Jahre später haben Christinnen und Christen in großer Buntheit im Bartholomäusdom Dank gesagt.

2025 ist ein Jubiläumsjahr. Vor nun schon 1700 Jahren versammelten sich die Bischöfe der damaligen Welt in Nizäa, einer Stadt, die heute in der Türkei liegt. In langen Beratungen einigten sie sich auf ein gemeinsames Glaubensbekenntnis, einen Text, mit dem sie den gemeinsamen Glauben an Gott beschrieben. Das war also im Jahr 325 – was hat das mit uns heute zu tun? Dieses Glaubensbekenntnis sprechen wir Katholiken heute noch im Gottesdienst – und nicht nur wir, sondern auch Protestanten und vor allem auch die Orthodoxen. Die orientalischen Christen, so zum Beispiel die Kopten, sprechen das Glaubensbekenntnis gleich dreimal am Sonntagvormittag!

Deshalb hatte die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Frankfurt (ACK) für den 8. März 2025 in den Frankfurter Dom zu einem Dankgottesdienst eingeladen. Es sollte eine Einladung für alle Christen sein – denn damals 325 waren wir ja auch noch alle zusammen.

Der Einladung folgten nicht nur die Gemeinden und Mitgliedskirchen der ACK, sondern auch viele orthodoxe und orientalische Kirchen. Über 30 waren wir! Eine große Buntheit! Und alle fühlten sich geehrt, freuten sich über die Einladung in den Dom.

Die Griechisch-orthodoxe Kirche Deutschlands hatte die Festikone mitgebracht, eine 1,30 auf 90cm große Ikone, die in Griechenland extra für dieses Festjahr gemalt worden war. Ab jetzt wird sie durch ganz Deutschland wandern und an 40 Orten zu Gast sein.

Wie können Christen aus so unterschiedlichen Traditionen und Sprachen miteinander beten? Alle Gemeinden waren eingeladen mit ein oder zwei Personen an der Einzugsprozession teilzunehmen, jede Gemeinde oder Konfession erhielt eine besonders dekorierte Kerze. Mit brennenden Kerzen zogen alle gemeinsam feierlich ein. So wurde deutlich, dass das Licht des Glaubens in allen unseren unterschiedlichen Traditionen leuchtet. Auf dem Altar brannten die Kerzen dann gemeinsam – viele Kerzen, ein Licht.

Später zur Evangeliumsprozession waren alle miteinander unterwegs: knapp 20 Personen hatten ihre Gemeindebibel mitgebracht und zogen mit der deutschen Bibel durch den Dom. Dazu erklang ein Psalm, den der Chor der Syromalankarischen Gemeinde sang. Das war eine sehr feierliche Stimmung! Alle Bibeln wurden am Altar abgelegt und das Evangelium zunächst ganz auf Deutsch verkündet, danach der zentrale Vers in sehr vielen Sprachen. Es war eine vom Respekt geprägte Atmosphäre: auch wenn wir die meisten anderen Sprachen nicht verstehen, so wissen wir, dass Gottes Wort auch in diesen anderen Sprachen zu verstehen ist.

Einer der starken Momente war das gemeinsame Sprechen des Glaubensbekenntnisses: Kopten, Äthiopier, Inder, Schweden, evangelische Koreaner und viele Europäer, die vielen Menschen aus den Frankfurter Gemeinden der ACK sprachen den gemeinsamen Text des Glaubensbekenntnisses.

Zum Schluss brachten Vertreter verschiedener Gemeinden Brote nach vorne zum Altar, die von dem griechisch-orthodoxen Bischof Emmanuel und Erzpriester Miron gesegnet wurden, um danach von fleißigen Händen ganz schnell in kleine Stücke geschnitten zu werden. Nach dem Schlusslied und -segen konnten alle Gläubigen nach vorne zur Ikone gehen und dort ein Stück dieser Brote empfangen. Was uns anvertraut ist, teilen wir miteinander, damit alle satt werden.

Ein bewegender Gottesdienst – der alle überrascht hat in seiner bunten Lebendigkeit. Hoffnung auf eine Einheit in Vielfalt – schon heute in Frankfurt!

Text: Dr. Brigitta Sassin, Vorsitzende der ACK Frankfurt

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