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23 März
David Holifield / unsplash.com

Polnisch-deutscher Gedenkgottesdienst

Ort Frankfurt
Veranstaltungsort St. Gallus, Mainzer Landstraße 299
Datum
Uhrzeit 18:00h

Polnisch-deutscher Gedenkgottesdienst

80 Jahre Todesmarsch des KZ "Katzbach".

Am 23. März findet in St. Gallus (Mainzer Landstraße 299) um 18 Uhr im Rahmen der Gedenktage der 80. Wiederkehr des Todesmarsches ein polnisch-deutscher Gedenkgottesdienst statt. Die Opfer des KZ „Katzbach“ waren in ihrer großen Mehrheit Polen. Um an sie zu erinnern und sie zu ehren, findet der Gedenkgottesdienst in polnischer und deutscher Sprache statt. Aus dieser Erinnerung wird die Verpflichtung des „Nie wieder“; unter diesem Motto steht dieser Gottesdienst. Er ist Teil der Gedenkreihe "80 Jahre Todesmarsch".

Hintergrund der Gedenkreihe

Von August 1944 bis März 1945 war in den Frankfurter Adlerwerken das KZ-Außenlager „Katzbach“. 1.616 Menschen leisteten Zwangsarbeit in der Rüstungsproduktion. Im Februar 1945 konnte man die Zwangsarbeiter nicht mehr brauchen.

Mitte März wurden etwa 450 kranke KZ-Häftlinge in Güterwagen Richtung KZ Bergen-Belsen transportiert. Sie starben fast alle auf dem Weg.

Am 23. März hatte die US-Armee den Rhein überquert. Am Abend des 24. März wurden 360–370 Häftlinge aus dem Konzentrationslager „Katzbach“ von circa 30 SS-Männern zu Fuß in Richtung Fulda getrieben.

Hungernde, geschwächte Männer schleppten sich von den Adlerwerken aus an das nördliche Mainufer, über die Hanauer Landstraße nach Fechenheim, über Dörnigheim, an Hanau vorbei und weiter durch zahlreiche Städte und mehr als 20 Dörfer. Zwei Tage marschierten die KZ-Häftlinge nachts. Vom dritten Tag an gingen sie am Tag. Durch das Kinzigtal und über Fulda erreichten sie am 29. März Hünfeld. Mit der Bahn ging es von dort ins KZ Buchenwald, wo 280 Männer ankamen. Die SS hatte viele erschossen, weil sie zurückblieben oder nach etwas Essbarem griffen. Es war einer der „Todesmärsche“ kurz vor dem Eintreffen der alliierten Armeen.

Das Schicksal der Häftlinge hing auch vom Verhalten der Menschen in den Ortschaften ab.

Anwohner:innen waren mehrfach Zeugen, als Wachmänner Häftlinge erschossen. Leichen überließ die SS den Anwohner:innen. Einige Bürgermeister beauftragten die städtischen Totengräber, sie auf den örtlichen Friedhöfen zu beerdigen. Andere Tote wurden direkt an der Fundstelle verscharrt.

Die Veranstaltungsreihe erinnert an die Opfer dieses „Todesmarsches“ und die Opfer des KZ „Katzbach“.

Das gesamte Programm der Reihe findet sich hier: https://todesmarsch-frankfurt-huenfeld.de/

 

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