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Zwischen Stroh und Eseln

Jugendliche sorgen für mehr Platz im Kobelt-Zoo in Frankfurt
Zwischen Stroh und Eseln
Zwischen Stroh und Eseln
Gemeinsam streichen die Pfadfinder das Holz für das Esel-Gehege an. © Stadtkirche Frankfurt/ Anna Parschan

Wenn aus Holz ein neues Zuhause wird: Der Pfadfinderstamm „DPSG Charles de Foucauld Niederrad“ baut ein neues Gehege für die Esel im Kobelt-Zoo in Frankfurt-Schwanheim. Das Projekt ist Teil der 72- Stunden-Aktion vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). In ganz Deutschland verwirklichen Kinder und Jugendliche innerhalb von drei Tagen soziale, karitative, interkulturelle und politische Projekte. Unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“ sind seit Donnerstag, 23. Mai, im Bistum Limburg mehr als 1.500 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in 69 Gruppen aktiv. Allein in Frankfurt sind es 200 Kinder.

„Uns war wichtig, ein Projekt in der Region zu machen und den Tieren vor Ort zu helfen.“

Moritz Koritko

Im Kobelt-Zoo in Schwanheim packen rund 40 Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam an. Für die Esel wollen sie eine neue Holzhütte bauen und ihr Gehege durch einen Holzzaun um mehr als 200 Quadratmeter erweitern. Neue Kaninchenhäuser, Gitter für das Vogel-Gehege und Holzhäuschen für die Schwäne sind auch in Planung. Die Materialien für den Umbau werdden über Spenden finanziert, zu denen etwa der Hessische Rundfunk in seinem laufendedn Programm aufruft. Aber auch in den Pfarreien und bei Eltern, Großeltern und Freunden gehen die Spendenbüchsen herum.

Der Kobelt-Zoo wird von Ehrenamtlichen betrieben. Auch aus ihrem Spendentopf konnte Material für den Umbau zur Verfügung gestellt werden. Bis Sonntag, 26. Mai, um 17.07 Uhr haben die Jugendlichen Zeit, den Tieren ein neues Zuhause zu bauen.

© Stadtkirche Frankfurt/ Anna ParschanInnerhalb von 72 Stunden bauen die Pfadfinder für die Esel vom Kobelt Zoo eine neue Holzhütte.
© Stadtkirche Frankfurt/ Anna ParschanInnerhalb von 72 Stunden bauen die Pfadfinder für die Esel vom Kobelt Zoo eine neue Holzhütte.

„Wir wollen die Kinder rausholen, weg vom Computer und gemeinsam was reißen.“

Moritz Koritko

Die meisten der Niederräder Pfadfinder kennen den Kobelt-Zoo schon von der vorletzten 72- Stunden-Aktion. „Wir wollten an der Arbeit vor zehn Jahren anknüpfen. Für mich ist es schön, wieder hierher zu kommen und den Tieren zu helfen“, sagt Sarah Braun, Pfadfinderin und einer der Organisatorinnen bei der 72- Stunden-Aktion.

Schon seit Januar haben die Pfadfinder mit dem Zoo und verschiedenen Handwerkern den Umbau geplant. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn bundesweit alle anpacken und wir die Welt dadurch ein bisschen besser machen“, freut sich Pfadfinder Moritz Koritko. Gemeinschaft sei ein großer und wichtiger Punkt in der Jugendarbeit für die 72- Stunden-Aktion.

© Stadtkirche Frankfurt/ Anna ParschanVor den Zoo und dem Esel-Gehege sprühen die Kinder in grüner Farbe die Zahl 72 als Symbol für Ihre Arbeit vor Ort.
© Stadtkirche Frankfurt/ Anna ParschanVor den Zoo und dem Esel-Gehege sprühen die Kinder in grüner Farbe die Zahl 72 als Symbol für Ihre Arbeit vor Ort.

Mit Freude helfen

Groß und Klein, alle im Alter zwischen sechs und 40 Jahren, packen in Schwanheim mit an. „Ich freue mich schon darauf, das Haus abzureißen und den Eseln eine neue Hütte zu bauen“, strahlt der 14-jährige David. Die Aufgaben werden so verteilt, dass sich jeder beteiligen kann. „Es fühlt sich gut an für die Tiere zu bauen“, erzählt die siebenjährige Hannah begeistert. Sarah Braun versichert, für sie sei es als Pfadfinderin und als Mensch wichtig, gemeinsam etwas zu bewegen. Hilfsbereitschaft und Gemeinschaft stehen hier im Vordergrund.

© Stadtkirche Frankfurt/ Anna ParschanGroß und Klein packen bei dem Bau des Esel-Geheges gemeinsam an.
© Stadtkirche Frankfurt/ Anna ParschanGroß und Klein packen bei dem Bau des Esel-Geheges gemeinsam an.
© Stadtkirche Frankfurt/ Anna ParschanNeben dem Gehege der Esel soll auch das Gitte für den Käfig der Vögel erenuert werden.
© Stadtkirche Frankfurt/ Anna ParschanZiel ist es, den Tieren ein schöneres Zuhause zu schaffen und gemeinsam etwas zu bewegen. Bis Sonntag, 26. Mai, 17.07 Uhr haben sie Zeit.
© Stadtkirche Frankfurt/ Anna ParschanDiese Esel-Hütte wird abgerissen und aus Holz eine neue gebaut für die fünf Esel im Kobelt-Zoo.
© Stadtkirche Frankfurt/ Anna ParschanDie Kanninchen knabbern oft ihre Holzhäuschen an, sodass die Pfadfinder in dern 72 Stunden auch neue Häuschen bauen wollen.

Noch mehr Aktivitäten in Frankfurt:

In Frankfurt sind rund 200 Kinder in neuen Gruppen aktiv. Ihre Aufgaben sind ganz unterschiedlich. So trifft sich die Gruppe „Bornerad-Oberheim“ beispielsweise täglich in der „Kirche im Grünen“ im Stadtpark Höchst. Die jungen Leute wollen das Naturgelände aufarbeiten, erneuern und verschönern, etwa indem sie einen Barfußpfad anlegen. Damit können Gottesdienste und Gemeindetreffen im Freien in einem noch schöneren Umfeld veranstaltet werden.

Die Pfadfinder vom „DPSG Stamm Marcel Callo“ legen derweil einen Kletter- und Erlebnispfad im Jugendhaus Goldstein an. 28 Meter soll er mindestens lang werden; wenn die Zeit reicht, wollen sie sogar 40 Meter schaffen. Die Gruppe „Everybody NIEDs Somebody“ aus Nied kümmert sich um störende Müllberge in Sindlingen. Kreative Aufräumaktionen und Kunstinstallationen mit Müll sollen nicht nur die Umwelt verschönern, sondern auch ein Bewusstsein dafür schaffen, dass man Müll nicht einfach in der Landschaft entsorgt. Die Katholische Jugend St. Jakobus werkelt unterdessen an der Wohnanlage Praunheimer Mühle und gestaltet dort Malpavillons und das Außengelände neu.