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Weltverbesserer, Frühaufsteher oder Musiker gesucht

Die erste Ehrenamtsbörse der Frankfurter Stadtkirche bietet Platz für Engagement
Weltverbesserer, Frühaufsteher oder Musiker gesucht
Weltverbesserer, Frühaufsteher oder Musiker gesucht
Ehrenamt aus Leidenschaft © D. Wiese-Gutheil/Kath. Stadtkirche Frankfurt
© D. Wiese-Gutheil/Kath. Stadtkirche FrankfurtAndrang bei der ersten Ehrenamtsbörse der Stadtkirche

Teamplayer und Spaßpiloten, Durchblicker und Lautdenker, kurz: Weltverbesserer oder Wunscherfüller! Ein Ehrenamt muss nicht spießig sein, altbacken oder langweilig. Ganz im Gegenteil: Wer sich auf der ersten Ehrenamtsbörse für soziales Engagement in der katholischen Stadtkirche Frankfurt umsieht, bekommt gleich Lust, irgendwo anzupacken.

Knapp 15 Initiativen stellen sich am Donnerstag, 19. September, im Frankfurter Haus am Dom vor. Und was sie zu bieten haben, lässt sich sehen: Da sind in knallrote T-Shirts gewandete Frauen am Stand der Malteser, die ausstrahlen, was auf ihren Hemden gedruckt ist „Ehrenamt ist Leidenschaft“. Da ist der Eintracht-Fanclub „Adler in Aktion“ von Young Caritas, der 13- bis 27-jährige Fußballfans mit und ohne Behinderung für gemeinsame Aktivitäten sucht, die vom Eintrachtgucken bis zum Tischkickerspielen reichen.

Für Frühaufsteher und Nachteulen

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Da ist das Konrad-von-Preysing-Haus, ein Wohnverbund für Erwachsene mit geistiger Behinderung, der sich über Unterstützung freut, sei es in der Begleitung bei Ausflügen, sei es beim Renovieren von Wohnungen im betreuten Wohnen. Gesucht werden sogar ehrenamtliche Musiker oder Sänger für die hauseigene Band.

Aber auch die Wohnungslosenhilfe der Caritas, der Franziskustreff an Liebfrauen, die Caritas-Flüchtlingshilfe, die Telefonseelsorge oder Pfarreien in Niederrad und Ginnheim werben um Ehrenamtliche. „Einfach perfekt“, urteilt eine Besucherin, die es angenehm findet, dass die Veranstaltung in den Abendstunden liegt und damit günstig für Berufstätige. „Ich möchte gerne etwas für andere tun“, erzählt sie, aber bisher habe ihr die richtige Idee gefehlt, zumal sie neben Arbeit und Familie nur begrenzt Zeit zur Verfügung stellen könne. Aber das ist bei allen Angeboten kein Problem: „Wir bieten für jeden Zeitrahmen etwas“, betont Harald Hütter vom Preysing-Haus.

Auch Br. Michael Wies von den Kapuzinern in der Innenstadt hat beim Obdachlosenfrühstück des Franziskustreffs immer wieder die Erfahrung gemacht, dass das Ehrenamt beiden Seiten gut tut, denen die sich engagieren und denen, die von den Angeboten der katholischen Pfarreien und Einrichtungen profitieren. Rund 50 Leute umfasst der Ehrenamtlichenkreis in der Frühstücksstube. Aber in Liebfrauen ist schon wieder Raum für neues Engagement: „Engagiert, empathisch und mit Organisationstalent“ wünscht er sich Ehrenamtliche für ein neues Angebot, die Sozialberatung für die Gäste im Franziskustreff. Perfekt für Frühaufsteher: Unterstützung wird einmal wöchentlich von 7.30 bis 11.30 Uhr gesucht. Eher für Nachteulen könnte das Angebot der Telefonseelsorge passen, die vor allem abends und nachts für Menschen da ist, die ein anonymes Gespräch bevorzugen. "Passt genau", strahlt ein Besucher und greift schnell noch zu einem Faltblatt, "ich bin sicher, hier finde ich das Richtige  für mich."