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Vollkommen, aber nicht vollendet

Christen feiern ökumenisch sensible Gottesdienste
Vollkommen, aber nicht vollendet
Vollkommen, aber nicht vollendet
Die Einheit der Kirche ist für Stadtdekan Dr. Johannes zu Eltz kein frommer Wunsch, sondern wichtige Aufgabe aus dem Glauben.

„Kommt und seht!“: Unter diesem Leitwort standen die Gottesdienste am Samstagabend, 15. Mai, während des dritten Ökumenischen Kirchentags in Frankfurt: An vier verschiedenen Orten in der Mainmetropole wurden in den jeweiligen konfessionellen Traditionen (katholisch, evangelisch, freikirchlich und orthodox) Gottesdienste gefeiert, die ökumenisch sensibel gestaltet waren. Die Gottesdienstbesucherinnen und Gottesdienstbesucher konnten an den Gottesdiensten teilnehmen und in der Vielfalt der christlichen Konfession Gastfreundschaft erleben und den gemeinsamen Glauben an die lebendige Gegenwart Jesu Christi feiern. 

Im Frankfurter Dom feierte der katholische Stadtdekan Dr. Johannes zu Eltz die Heilige Messe. Für ihn ist die Einheit der Kirche kein frommer Wunsch, der in Erfüllung geht oder nicht, sondern eine bleibende Aufgabe und ein Anliegen, für das man beten müsse. „Ich und der Vater sind eins“, so stehe es im Johannesevangelium. Alles, was der Vater habe, gehöre auch dem Sohn. Jesus könne deshalb schon danken, während er noch bittet. „Seine Aufforderung an uns zum zudringlichen und zutraulichen Beten ist keine Kopfgeburt, sondern das Ergebnis seiner beständigen Erfahrung. Indem Jesus um die Einheit der Christen bittet, kommt sie zustande. Freilich so, dass sie da ist, aber nicht hier. Vollkommen, aber nicht vollendet“, sagte zu Eltz. 

Zeiten einer zankenden Christenheit sind vorbei

Gottlob seien die Zeiten einer zankenden Christenheit, wie sie der bekannte Jesuit Alfred Delp erlebt und beschrieben habe, vorbei. „Vieles hat sich zum Besseren gewendet. Die wilden Schmähungen aus grobianischer Zeit sind Geschichte. Die Kirchenoberen und Theologinnen reden meist sehr nett mit- und übereinander“, so der Frankfurter Stadtdekan. Das Kirchenvolk habe in großer Mehrheit rhetorisch abgerüstet und sei nicht erpicht darauf, den Bodensatz von alten Vorurteilen aufzurühren. Es gebe flächendeckend eine herzhafte und praktische Ökumene vor Ort sowie bewährte, erfolgreiche Kooperationen im sozialen Bereich. Dennoch stehe das Bild einer endzeitlichen Einheit der Christen noch nicht auf der Staffelei und sie lasse sich auch nicht einfach am Fortschritt der ökumenischen Bewegung bemessen. „Die Aufgabe bleibt eine Gabe. Dass uns die Einheit von Jesus erwirkt wurde, ist ein Wunder Gottes, dessen Verwirklichung von dem Vertrauen abhängt, mit dem es erwartet und erbetet wird“, so zu Eltz. 

Die Freundschaft Jesu begründet Freundschaft untereinander

Als Freunde Gottes könne es Christen nicht egal sein, wie es dem anderen gehe. „Wären wir Jeus Knechte, müssten wir uns umeinander nicht scheren. Wenn man Menschen entsolidarisieren will, muss man sie nur lange genug unterdrücken und dumm halten. Unter Freunden geht das nicht. Jesu Freundschaft zu jeder von uns, zu jedem, der an ihn glaubt, begründet die Freundschaft untereinander. Der Zusammenhang ist nicht kontingent. Er ist notwendig. Wir kriegen das eine nicht ohne das andere“, sagte der Stadtdekan. Mehr noch als um Freundschaft gehe es aber um Liebe. So, wie Gott den Menschen geliebt habe, müsse er auch andere lieben. Das sei die Logik der Liebe. Sie bestehe nicht darin, dass der Mensch Gott geliebt hätte, sondern dass Gott den Menschen so sehr geliebt und seinen Sohn als Sühne für die Sünden gesandt habe. „Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. Dass wir sie einander erweisen, ist die Bedingung dafür, dass wir in Gott bleiben. Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt und kann von ihm nichts sagen und kann in seinem Namen nicht sprechen, wer immer er sei“, so zu Eltz. Lieblosigkeit in ökumenischen Beziehungen sei kein Kavaliersdelikt und das Bedürfnis, dem anderen seine vermeintlichen Fehler vorzuhalten, lasse auf nichts Gutes schließen. Die Liebe freue sich nicht über das Unrecht, sondern über die Wahrheit. 

Zu Beginn der Eucharistiefeier hatte Stadtdekan zu Eltz im traditionellen Bussakt evangelische Christen um Entschuldigung gebeten, weil sie vielfach unter dem Hochmut und Abgrenzungsbemühungen von katholischer Seite zu kämpfen hätten. Er sagte: "Ich bitte dafür um Verzeihung und danke für den Langmut." 

Den gesamten Gottesdienst aus dem Frankfurter Dom vom Samstagabend, 15. Mai, finden Sie in der Mediathek des Ökumenischen Kirchentags unter: https://www.oekt.de/index.php?id=188#keyword/125.

3. Ökumenischer Kirchentag Frankfurt 2021
© © Copyright 2021, 3. Ökumenischer KirchentagKonfessionelle Gottesdienste am Samstagabend | Gottesdienst, Dom St. Bartholomäus, Domplatz, Frankfurt/Main
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Kirche, Gottesdienst
© Copyright 2021, KNA GmbH, www.kna.de, All Rights ReservedJohannes zu Eltz, Stadtdekan von Frankfurt am Main, feiert eine Messe im Frankfurter Kaiserdom Sankt Bartholomäus auf dem Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) am 15. Mai 2021.

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