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Plan B für Sankt Martin

Interview mit Edwin Borg von der Fachstelle Familienpastoral
Plan B für Sankt Martin
Plan B für Sankt Martin
Ausschnitte aus der Social Wall #stmartin2020. © Bistum Limburg

Bunte Laternenumzüge und große Martinsfeuer fallen in diesem Jahr aus. Doch es gibt einen Plan B, bei dem jeder mitmachen kann. Edwin Borg, Leiter der Fachstelle Familienpastoral im Bistum Limburg, erzählt, wie dieses besondere Martinsfest trotz Corona gefeiert werden kann.

Seit August hat die Fachstelle Familienpastoral mit vielen Kolleginnen und Kollegen Ideen rund um das Martinsfest unter Coronabedingungen gesammelt. Welche Ideen sind das?

Ganz zentral in diesem Jahr ist eine Aktion, die aus der Anfangszeit der Corona-Pandemie kommt. Damals hieß es bundesweit: Stellt eine Kerze ins Fenster. Daran angelehnt haben wir nun die Idee, in der St. Martinswoche vom 8. bis zum 15. November immer um 18 Uhr Laternen ins Fenster zu stellen: „Zünd ein Licht an!“ Wir haben dazu begleitend Gebetsvorschläge veröffentlicht, die Familien aufgreifen können.

Außerdem haben wir Brötchentüten mit einem Martinsbild bedrucken lassen, die als Lichttüten genutzt werden können. Das Bild auf der Tüte stammt von einer Schülerin aus Limburg. Fast eine halbe Millionen Tüten sind in mehreren deutschen Bistümern verteilt worden. Zusätzlich haben wir viel Material für die Arbeit vor Ort erstellt, wie zum Beispiel lizenzfreie Videos und Bilder, Gottesdienste, eine Familienrallye und ein Quiz zu St. Martin. Das ist alles unter www.stmartin.bistumlimburg.de zu finden. Familien, Kitas und Pfarreien nehmen das sehr dankbar an, auch außerhalb unseres Bistums.

In den Pfarreien gibt es auch viele Angebote. Ich weiß von Pfarreien bei uns im Bistum, da sind drei „Martins“ parallel im Einsatz und reiten durch verschiedene Wohngebiete. Die Kinder stehen dann mit ihren Eltern in der Einfahrt, an den Fenstern oder in ihren Gärten und erleben so einen Martinsumzug der anderen Art. Diese Kreativität ist toll.

© Bistum LimburgEdwin Borg ist Leiter der Fachstelle Familienpastoral im Bistum Limburg

Wer möchte, kann sich dieses Jahr auch digital vernetzen. Wie funktioniert das?

Viele junge Eltern sind auf Instagram aktiv. Unter dem Hashtag #stmartin2020 können sie Fotos von den Laternen im Fenster oder anderen Martinsaktionen auf Instagram und Facebook hochladen. Wir sammeln die Fotos und Videos auf unserer Social Wall. Man kann dieses Jahr zwar nicht gemeinsam um das Feuer stehen, trotzdem kann das Martinsfest ganz besonders und Verbundenheit spürbar werden.

Mit Blick auf die Tradition von Sankt Martin: Wie wichtig ist es, dass das Fest gefeiert wird, auch in diesem schwierigen Corona-Herbst?

Ich glaube für uns als Kirche ist es ganz wichtig, dass wir bestimmte Zeitpunkte im Jahr mit guten Inhalten besetzen, sodass viele Familien die Möglichkeit haben, ein christliches Fest zu feiern. Ein Fest, das auch Kinder gerne mitfeiern, bei dem der Inhalt verstanden wird, was auch noch nicht so verstaubt ist, sondern was Spaß und Freude macht. Da haben wir neben den Hauptfesten Ostern und Weihnachten als Klassiker eben auch Sankt Martin. Deshalb haben wir uns in der Projektgruppe gedacht: Das darf auf gar keinen Fall ausfallen.

Was bedeutet das Martinsfest für Sie ganz persönlich?

Ich verbinde mit dem Martinsfest tolle Kindheitserinnerungen und viele Gefühle: den Geruch vom Martinsfeuer, bunte Laternen und eine heimelige Stimmung in der Kirche, aber auch zuhause. Für mich ist es von klein auf, solange ich denken kann, positiv besetzt. So geht es auch vielen anderen Familien, diese Erfahrung machen wir in der Fachstelle. Kinder lieben das Martinsfest, weil es schon auf Weihnachten vorausdeutet, sie lieben es, in der Dunkelheit mit einer Laterne herumzulaufen und sie verstehen den tieferen Sinn dahinter, nämlich das Teilen mit anderen. 

Zum Abschluss noch ein Blick zum nächsten christlichen Fest: Weihnachten naht und wir befinden uns gerade im Lockdown light. Wie geht es Ihnen damit?

Weihnachten kann auch nicht so sein wie sonst. Christmetten, wo man Schulter an Schulter steht und Stille Nacht singt, werden so nicht stattfinden können. Das ist schon ein schwieriger Gedanke. Aber wir müssen das Beste daraus machen, kreativ bleiben und überlegen, wie das Fest trotz Corona gelingen kann. Gemeinsam mit Ute Schüssler vom Referat Religionspädagogik im Elementarbereich haben wir eine kostenlose Weihnachtskarte zum Ausmalen entwickelt und einen vierteiligen Fenster-Adventskalender. Beide greifen das Motiv der diesjährigen Weihnachtsbriefmarke mit dem Kirchenfenster aus Bad Soden auf. Bischof Georg unterstützt unsere Idee, jedem Kind zwei Karten zu schenken, damit eine davon ausgemalt und weiter verschenkt werden kann. Wir werden dazu kurze Impulstexte erstellen, die man in Kitas, Schulen oder als Familie nutzen kann.

Ich nehme auch wahr, dass die Gemeinden sehr aktiv sind, von Filmen, Krippenwegen über Rallyes bis hin zu Krippenfeiern im Stundentakt gibt es viele tolle Ideen. Wir unterstützen das zum Beispiel mit Bildern, die man kostenlos für Krippenwege benutzen kann. Für Heiligabend ist ein Familiengottesdienst @home in Vorbereitung. Schön wäre eine verbindende ökumenische Aktion am Heiligabend, das ist derzeit noch in Planung. Alle Infos und die Bestellmöglichkeit für Karten und Fensterbilder gibt’s auf stillenacht.bistumlimburg.de.

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