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Musik mal anders

KEB Frankfurt lädt zu (un-)bekannten Orten aus dem kirchlichen Kontext
Musik mal anders
Musik mal anders
Musik junger Interpreten in den Räumen des Stadtdekans © A. Krumpholz/KEB Frankfurt

Schon im Treppenhaus tönt den Gästen satter Cello-Klang entgegen. Noch proben die Musiker. Dann öffnet sich die Wohnungstür im ersten Stock des Jahrhundertwende-Altbaus am Frankfurter Domplatz und Stadtdekan Johannes zu Eltz strahlt seinen Gästen ein herzliches Willkommen entgegen. Die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) Frankfurt lädt zu Konzerten junger Musiker an ungewöhnlichen Orten kirchlichen Lebens ein. Die Wohnung des Stadtdekans ist einer davon. Zeitgleich finden am Freitag, 22. November, unter dem Titel "Noch nicht gehört, noch nicht gesehen" Konzerte an der Goethe-Universität, im Katholischen Filmwerk und in der Bahnhofsmission am Hauptbahnhof statt.

Die KEB wagt damit den Spagat von der schicken Wohnung, in der Johannes zu Eltz nach eigenen Worten „residieren darf“ hin zur Bahnhofsmission, in der es vielerlei Hilfe für „Gestrandete“ gibt. Beim Stadtdekan gibt es klassische Musik zu hören. Die zwei erst 13-jährigen Cellisten Rania Dereka und Arne Zeller werden von dem kaum älteren Pianisten Shenzi Liang begleitet.

Die Töne fliegen durch den hohen Raum, das Licht ist gedämpft und in der Luft liegt der Duft von herzhaftem Gebäck. Stadtdekan zu Eltz freut sich sichtlich über seine Gäste: „Diese festlichen Räume rufen danach, für Musik geöffnet zu werden“, denn so kann er sein wunderschönes Zuhause teilen. Die Besucher machen es sich auf Sofas und Stühlen bequem und lauschen mucksmäuschenstill den jungen Künstlern. Man spürt, es ist ein Privileg, hier die jungen Musiktalente erleben zu dürfen.

Jazz in der Bahnhofsmission

22.11.19, Frankfurt am Main, KEB, Katholische Erwachsenen Bildung im Bistum Limburg, Noch nicht gehört noch nicht gesehen
© A. Krumpholz/KEB FrankfurtVera Julier (Klavier), Lena Friedrich (Gesang) von der Band JazzThing in der Bahnhofsmission

Am Frankfurter Hauptbahnhof hingegen bahnt man sich zunächst den Weg durch eilige Reisende. Die Bahnhofsmission an Gleis eins ist von außen fast etwas unscheinbar, wenn man bedenkt, dass die Mitarbeiter hier jährlich 145.000 Kontakte mit Hilfesuchenden haben. Hier ist mit dem Öffnen der Tür das Eintauchen in eine andere Welt noch deutlich frappierender. Die Zuhörer wippen an ihren Stehtischen, manche singen sogar leise mit, alle lächeln. JazzThing heißt die Combo, die Songs von Kate Bush bis hin zu Rio Reiser zum Besten gibt. Die warme Stimme der Sängerin Lena Friedrich nimmt das Publikum in den Bann.

Der Chef der Bahnhofsmission Carsten Baumann und sein Team sind es gewohnt, Gastgeber zu sein. Dreihundert Menschen kommen täglich mit den unterschiedlichsten Anliegen zur Mission. Reisende und Obdachlose – sie alle werden mit ihren Bedürfnissen ernst genommen. An diesem Abend gibt es leckere Snacks, heiße Getränke und für die Ohren besten Jazz-Pop. Als sich die Tür am Ende des Konzerts öffnet, hören die Wartenden am Gleis die schallenden Rufe des Publikums: „Zugabe, Zugabe…!“

Begeisterung lösten auch die beiden anderen musikalischen Darbietungen an diesem Abend aus: ein Gitarren-Konzert in der "Villa" des Theologischen Fachbereichs der Goethe-Universität auf dem Campus Westend und ein Streichquartett des Landesjugendsinfonieorchesters Hessen im Katholischen Filmwerk.