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Inklusives Pilgern zwischen Wolkenkratzern

Teil des Jakobswegs in Frankfurt ist jetzt barrierefrei
Inklusives Pilgern zwischen Wolkenkratzern
Inklusives Pilgern zwischen Wolkenkratzern
Barrierefreier Pilgerweg in Frankfurt am Main. © Christiane van den Borg

Zwischen Schiffen auf dem Main und Wolkenkratzern schlängelt sich ein Teil des Jakobswegs mitten durch Frankfurt. Die Projektgruppe „Barrierefreier Pilgerweg“ der Stabstelle Inklusion im Bistum Limburg hat zusammen mit der Hessischen St. Jakobusgesellschaft nun dafür gesorgt, dass diese knapp 15 km lange Teilstrecke barrierefrei für Menschen mit Behinderung ist.

Durch das Projekt sollen Menschen mit Beeinträchtigungen zukünftig den Jakobsweg in Frankfurt so selbstständig wie möglich erleben können. „Für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer darf der Weg beispielsweise keine großen Stufen haben“, erklärt David Heun, Leiter der Stabstelle Inklusion. Damit sie den Weg gut befahren können, dürfen Steigungen nur maximal sechs Prozent betragen oder es müssen Alternativen vorgeschlagen werden. „Außerdem haben wir für Gehbeeinträchtigte alle 500 Meter Sitzgelegenheiten geschaffen, die zum Ausruhen dienen“, sagt Heun. Für Menschen mit Hörbeeinträchtigung sollen zukünftig vermehrt Pilgertage mit Gebärdensprachübersetzung angeboten werden. Ebenso sollen Menschen mit Lernschwierigkeiten die Angebote rund um den Pilgerweg nutzen können. Dabei unterstützt ein Pilgerbuch in Leichter Sprache, das die Informationen zum Pilgerweg leicht verständlich erklärt.

App soll Weg ergänzen

© Christiane van den BorgBarrierefreier Pilgerweg in Frankfurt am Main.
© Christiane van den BorgBarrierefreier Pilgerweg in Frankfurt am Main.
© Christiane van den BorgBarrierefreier Pilgerweg in Frankfurt am Main.
© Christiane van den BorgBarrierefreier Pilgerweg in Frankfurt am Main.

Brigitte Buchsein ist einen Teil des Wegs bereits gelaufen. Seit ihrer Geburt ist sie blind. „Ich nehme vor allem Geräusche, Gerüche und die Atmosphäre wahr. Ich erinnere mich noch an das Kopfsteinpflaster auf dem Römer oder dass es in Niederrad sehr laut war“, berichtet Buchsein. Sie war in die Planung des inklusiven Pilgerwegs eingebunden. „Für Menschen, die mit dem Blindenstock unterwegs sind, ist es natürlich wichtig, dass es taktile Orientierungspunkte gibt“, sagt sie. Für sie selbst sei beim Pilgern von Bedeutung, auf dem Weg begleitet zu werden. „Wenn jemand den Weg mit mir zusammen läuft, kann er mir beschreiben, was ich nicht sehen kann“, erzählt sie. Doch nicht jeder habe in seinem Umfeld eine Begleitperson, daher seien genaue Wegbeschreibungen entscheidend. Deshalb soll der inklusive Pilgerweg demnächst um eine App ergänzt werden. „In dieser App gibt es dann Zusatzinformationen für gehbeeinträchtigte Menschen, Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer und für Sehbeeinträchtigte. Außerdem gibt es Videos in deutscher Gebärdensprache und die Texte werden in Leichter Sprache, in Englisch und in englischer Leichter Sprache übersetzt“, erzählt Heun. 

Der Weg startet an der St. Leonhardskirche in der Frankfurter Innenstadt und führt am südlichen Mainufer zur Justinuskirche in Höchst, einer der ältesten Kirchen Deutschlands. Mehr Informationen zum barrierefreien Pilgerweg finden Sie in diesem Flyer.

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Bistum Limburg

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