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"Ich glaube, beim ÖKT ist eine Menge möglich"

"Ich glaube, beim ÖKT ist eine Menge möglich"
"Ich glaube, beim ÖKT ist eine Menge möglich"
Mit Abstand und trotzdem gemeinsam: Die Besucher auf dem Römerberg haben sich an die Regeln gehalten. © Bistum Limburg / Jutta Fechtig-Weinert

Sie halten Kerzen in den Händen und singen gemeinsam – mit Mundschutz und Abstand. Die Bilder, die am Samstag bei der Initiative „3. Oktober – Deutschland singt“ auf dem Römerberg entstanden sind, berühren. Und sie geben Hoffnung – auch mit Blick auf den Ökumenischen Kirchentag, der im Mai 2021 in Frankfurt stattfinden soll.

Jutta Fechtig-Weinert, Referentin mit Schwerpunkt Pastoral, hat die katholische Stadtkirche bei der Veranstaltung vertreten. Im Interview berichtet sie, wie sie das gemeinsame Singen in der Corona-Zeit erlebte, welcher Song sie am meisten berührt hat und welcher Arbeitsauftrag sich ihrer Meinung nach in der Deutschen Einheit verbirgt.

Katholische Stadtkirche: Frau Fechtig-Weinert, die Bilder vom Samstag zeigen einen gut besuchten Römerberg mit Teilnehmern, die Abstand halten. Wie viele Besucher haben die Veranstalter offiziell gezählt?
Jutta Fechtig-Weinert: Wir hatten im Vorfeld 500 Liedblätter gedruckt, die haben bei weitem nicht gereicht. Deshalb haben wir die Besucher aufgefordert, stattdessen mit ihren Handys die Liedtexte herauszusuchen. Wir haben nicht mit so vielen Teilnehmern gerechnet, viele kamen sicher auch spontan. Aber wir haben uns sehr gefreut, dass dank des Hygienekonzepts so viele Menschen dabei sein konnten.

Stichwort Hygienekonzept: Wie haben Sie die Menschen informiert?
Vor Beginn wurde von der Bühne aus genau erklärt, wie man sich verhalten sollte. Wer mitsingen wollte, musste die Maske aufbehalten. Und um ausreichend Abstand zu gewährleisten, sollten die Teilnehmer die Arme ausbreiten und schauen, dass sie mit den Fingerspitzen niemanden berühren. Für viele der Besucher war das gemeinsame Singen eine emotionale Erfahrung, weil das im Gottesdienst gerade ja nicht geht. In diesem Fall war es aber möglich, weil die Veranstaltung draußen stattfand.

Haben sich die Besucher an die Sicherheitsmaßnahmen gehalten?
Nach dem, was ich beobachtet habe, ja. Die Leute waren sehr verständig und haben sich umsichtig verhalten, das war schön Peter Reulein, der katholische Bezirkskantor, hatte vier Sängerinnen und Sänger auf der Bühne, die Chöre standen unten. Und auch sie haben natürlich auf Abstand geachtet. Ich finde, alle zusammen haben das großartig gemacht.

Warum war es wichtig, dass das gemeinsame Singen trotz der aktuellen Situation stattfand?
Es freut mich, dass es gelungen ist, diesem Tag der Deutschen Einheit Bedeutung zu geben. Die Veranstaltung hat verdeutlicht, dass es wichtig ist, zusammenzustehen und friedlich miteinander zu feiern. Außerdem zeigen die Erfahrungen vom Samstag, dass unter Einhaltung der neuen Regeln durchaus auch Großveranstaltungen stattfinden können, die sogar Spaß machen. Das könnte ein Signal in Richtung ÖKT sein, der ja im Mai 2021 in Frankfurt stattfindet – und es kann Hoffnung geben. Ich glaube, da ist eine Menge möglich.

Welcher Song hat Sie persönlich am meisten berührt?
Das Lied „Hevenu shalom alechem“. Wie es dargeboten wurde, von den Menschen, die alle Kerzen in den Händen hielten, das war so toll rhythmisch. Da ging eine richtige Bewegung über den Römerberg.

Welche christliche Botschaft verbirgt sich in der Deutschen Einheit?
Der Tag der Deutschen Einheit ist für mich ein Geschenk Gottes in Anbetracht der Katastrophen und Tiefpunkte des 20. Jahrhunderts. Wir sollten noch heute dankbar sein für diese friedliche Revolution von 1989. Und wir sollten das als Arbeitsauftrag an uns sehen, nicht nur zu erinnern, sondern immer wieder zu überlegen, was wir als Christen tun können, damit die gesellschaftliche Verfassung in Frieden fortbestehen kann. Dazu gehört für mich, Solidarität zu leben, genauso wie Respekt und Toleranz.

 

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