10.10.2016

Heilige Hedwig kehrt in den Kaiserdom zurück

Stadtdekan zu Eltz holte neue Reliquie persönlich aus Polen

FRANKFURT.- Die Heilige Hedwig kehrt in den Kaiserdom St. Bartholomäus zurück: Stadtdekan Johannes zu Eltz persönlich hat eine neue Knochenreliquie der Heiligen aus dem schlesischen Trebnitz, ihrer letzten Ruhestadt nördlich von Breslau, nach Frankfurt gebracht. Hedwig (1174-1243) war die Herzogin von Schlesien, sie wird gleichermaßen als Patronin in Deutschland und Polen verehrt und gilt als Trösterin der Heimatvertriebenen. Am Sonntag, 16. Oktober, dem Namenstag der Heiligen Hedwig, wird das Reliquiar im Gottesdienst um 10 Uhr feierlich wieder in seine angestammte Wandnische in einer Seitenkapelle des Kaiserdoms gebracht.

Am 26. April war die Reliquie, ein Teil des Schädels der Heiligen Hedwig ? eingefasst in einer Sonnenmonstranz, aus dem Dom gestohlen worden. Stadtdekan zu Eltz reagierte damals mit großer Bestürzung auf den Diebstahl: "Die Reliquie hat für die Gläubigen einen großen immateriellen Wert. Ein solcher Diebstahl ist unfassbar." Nachdem es der Polizei nicht gelang, die Reliquie wiederzubeschaffen und auch Appelle an den oder die Täter zur Rückgabe nicht fruchteten, nahm Stadtdekan zu Eltz Kontakt zum Erzbistum Breslau auf mit der Bitte um einen Knochensplitter der Heiligen. Dieser Bitte kam Erzbischof Józef Piotr Kupny jetzt nach.

Dauerleihgabe des Bistums Görlitz

Die Eichendorff-Gilde Frankfurt, das Heimatwerk schlesischer Katholiken, hatte das Schädelfragment bereits 1975 dem damaligen Stadtdekan Walter Adlhoch am Frankfurter Dom in Obhut gegeben. 2014 wurde es als Geschenk an das Bistum Görlitz überreicht. Von dort kam es umgehend als Dauerleihgabe nach Frankfurt zurück und erhielt im vergangenen Oktober seinen Platz in der Seitenkapelle am Eingang zur Wahlkapelle der deutschen Kaiser im südlichen Querschiff. Dort fanden sich immer wieder Gläubige zum Gebet und zur Verehrung der Heiligen Hedwig ein.

Der materielle Wert des Reliquiengefäßes, das 1955 von einem Goldschmied in Fulda gefertigt worden war, galt als relativ gering. Entscheidend für den Wert sei vielmehr die Bedeutung des Knochensplitters für Gläubige, die damit die körperliche Anwesenheit der Heiligen wahrnehmen, unterstrich zu Eltz. Gerade in Zeiten, in denen das deutsch-polnische Verhältnis nicht ganz einfach sei, sei eine solche Heilige, die in beiden Ländern gleichermaßen verehrt werde, von unschätzbarem Wert. (dw)

Zum Anfang der Seite springen