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Glaube, den man nun auch hören kann

Glockenweihe in der Gemeinde St. Edith Stein
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Glaube, den man nun auch hören kann
Geschmückte Glocken bei der feierlichen Weihe. © Angela Köhler

Video zum Festgottesdienst der Glockenweihe auf YouTube

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Solang die Glocken noch auf der Erde stehen, kann der Mensch sie sehen und berühren – doch zu hören sind sie erst, wenn sie aufgehängt sind. Das sagte Weihbischof Dr. Thomas Löhr in seiner Predigt zur feierlichen Glockenweihe in St. Edith Stein. Berührungspunkte gebe es aber auch dann noch: „Wenn die Glocken erst einmal im Turm oder Glockenstuhl angebracht sind und so zwischen Himmel und Erde hängen, schafft ihr Klang einen Raum, in dem sich Himmel und Erde verbinden“, so Löhr.

Es ist selten, dass Gemeinden heute noch neue Glocken erhalten. Die Freude über die Weihe ist am Kirchort am Riedberg, der zur Pfarrei St. Katharina von Siena gehört, umso größer. Eine kleine Gruppe aus der Gemeinde konnte sogar beim Glockenguss am 30. April bei der Glockengießerei Rincker in Sinn anwesend sein. „Die Gläubigen der Gemeinde haben selbst viel beigetragen, um mehr als die Hälfte der entstehenden Kosten aufzubringen“, heißt es im Grußwort des Weihbischofs in der Festschrift. „Dadurch haben sie eine besondere Beziehung zu ihrem Geläut, werden sich damit identifizieren und darin wieder erkennen.“

Drei heilige Namensgeberinnen

Die Glocken sind benannt nach drei heiliggesprochenen Mystikerinnen: Hildegard von Bingen, Katharina von Siena und Edith Stein. Der Weihbischof wünschte der Gemeinde, dass sie noch über Jahre in diesen großen heiligen Frauen viel Anregung zur persönlichen Betrachtung, zur Vertiefung und zur Verkündigung des Glaubens finden mögen.

Pfarrer Hanns-Jörg Meiller bewertet die Glockenweihe fünf Jahre nach der Kirchweihe von St. Edith Stein als Zeichen des „fast unbändigen Willens, sich nach der erfolgreichen Startphase des Gemeindelebens nicht mit einem Provisorium zufrieden zu geben.“ Das beharrliche Engagement vieler Menschen aus dem Ehren- und Hauptamt, das sich auch nicht von Rückschlägen entmutigen habe lassen, sei beispielhaft für die ganze Pfarrei, so der Pfarrer, der allen Engagierten Hochachtung und Dank aussprach.

Blick in lächelnde Gesichter

Angela Köhler Seelsorgerin in St. Edith Stein, freute sich besonders, dass man die Kirche und ihre Botschaft nun nicht mehr nur sehen, sondern auch hören kann. Sie berichtet in der Festschrift, dass am Riedberg bereits seit einigen Jahren aus der unmittelbaren Nachbarschaft andere „katholische“ Glocken zu hören seien, nämlich die der evangelischen Riedberggemeinde. Doch warum läutet eine evangelische Kirche mit katholischen Glocken? „Die Glocken dort stammen aus einer katholischen Kirche, die profanisiert wurde“, schreibt Angela Köhler. Oft hätten diese Glocken just in dem Moment geläutet, als in der damals noch glockenlosen katholischen Kirche Eucharistie gefeiert und die evangelischen Glaubensgeschwister zeitgleich das Vater Unser gebetet hätten. Dann habe man häufig in lächelnde Gesichter blicken können. „Jetzt werden wir parallel läuten: Damit es harmonisch klingt, haben wir unsere Töne mit den Tönen der evangelischen Kirche abgestimmt. Auch das ist ein Zeichen gelebter Ökumene in Riedberg“, so Köhler.

Viele weitere Informationen zu den Glocken sowie Fotos aus der Glockengießerei gibt es in der Festschrift zur Glockenweihe, die unten als PDF heruntergeladen werden kann.

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