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Flotte Musik und persönliche Bekenntnisse

Anrührender Generationen-Gottesdienst zum Kreuzfestsonntag im Bischofsgarten
Flotte Musik und persönliche Bekenntnisse
Flotte Musik und persönliche Bekenntnisse
Die Kreuzreliquie im Mittelpunkt des Gottesdienstes der Generationen © Jochen Reichwein
© Jochen ReichweinSchwungvolle Musik mit "Der Bämd"

Schwungvolle und mitreißende Musik und starke persönliche Bekenntnisse haben den Generationen-Gottesdienst geprägt, der am Kreuzfestsonntag, 20. September, im Bischofsgarten gefeiert worden ist. Für die Musik sorgten die jungen Mitglieder von „Die Bämd“ aus Staffel. Die Glaubenszeugnisse waren Teil einer Dialogpredigt, zu der sich Bischof Georg Bätzing drei Gäste geladen hatte. Eingangs sprach er über das Wort des Paulus, das über dem Gottesdienst am Kreuzfestsonntag stehe: „Wir sind erlöst, wir sind frei.“ Auch wenn das Leben ein Gefährdetes sei und bleibe, „sind wir getragen von der Hoffnung, dass das Leben siegt: immer!“, sagte der Bischof und lud dazu ein, in diesem Vertrauen das Kreuzfest zu feiern.

© Jochen Reichwein

Das Kreuz sei in unserem Kulturkreis und darüber hinaus ein so selbstverständlicher Wegbegleiter, dass manchmal seine Botschaft aus dem Blick gerate, stellte der Bischof in seiner Predigt fest. Da jeder und jede eine eigene Geschichte mit dem Kreuz habe, sollten an diesem Sonntag drei solcher Geschichten gehört werden. Als erster Gast zeigte der 18-jährige Youssef sein aus Taizé mitgebrachtes Kreuz vor. Der junge Mann, vor fünf Jahren aus dem Libanon gekommen, wohnt heute in Dernbach. Er engagiert sich als Teamer bei der Katholischen Fachstelle für Jugendarbeit Westerwald/Rhein-Lahn (KFJ) und sorgte mit seiner launigen Vorstellung für einige Lacher. Er habe schon mehrfach als DJ auch in der Kirche aufgelegt: „In der Kirche ist Vieles möglich“, stellte er anerkennend fest. Sein Kreuz bedeute ihm viel, weil ihm Taizé „mega-viel“ bedeute. „Ich als Jugendlicher gehe da dreimal am Tag beten“, bekannte er zur sichtlichen Freude und Belustigung des Bischofs und der Teilnehmer im gut besetzten Rund.

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Mit ihrer Mutter kam die kleine Isabella auf die Bühne und packte erstaunlich unerschrocken ihr kleines Kreuz aus. Sie hat gerade ihre Erstkommunion gefeiert und erzählte ein wenig davon. Das Kreuz, so sagte sie auf Nachfrage des Bischofs, hängt in ihrem Zimmer über ihrem Bett. „Und abends gucke ich immer darauf und bete dann“, sagte sie und trug laut und deutlich den kleinen Text auf dem Kreuz vor: „Ich bin mit Dir, ich behüte Dich, wohin Du auch gehst.“

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Auch Souroush Sarkouhi hatte sein Kreuz mitgebracht. Der junge Mann aus dem Iran war zusammen mit Pfarrer Christian Enke gekommen, der sein Taufpate ist, aber auch dolmetschte. Denn Sarkouhi ist gehörlos. Er ist aus dem Iran geflohen, weil er getauft werden wollte und ihm in dem muslimischen Land Folter und Tod drohten. „Es ist sehr schwer dort, als Christ zu leben“, berichtete er. Weil Gott ihn unterstützt habe, habe er den Mut gehabt, zu flüchten: „ein harter, schwerer Weg“, fügte er knapp hinzu. Das mitgebrachte Kreuz hänge bei ihm an der Wand und bedeute, dass damals, als er gekommen sei, Gott da gewesen sei.

Dass das Kreuz, sein Kreuz, auch Leid bedeute, machte Sarkouhi ebenfalls deutlich. Er habe seine Familie, seine Heimat und Kultur verlassen, das tue im Herzen weh. Seine kleine Nichte, das Kind seiner Schwester, habe er seit neun Jahren nicht mehr gesehen.

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Auch der Bischof selbst hatte ein schlichtes Holzkreuz mitgebracht und sprach darüber in sehr persönlichen und anrührenden Worten. Der Kauf dieses Kreuzes am 2. August 1978, er war damals siebzehn Jahre alt, markiere für ihn den Schritt vom kindlichen Glauben zu dem eines erwachsenen Menschen. „Der am Kreuz ist meine Liebe“, sagte er und berührte bei diesen Worten den Gekreuzigten. Er habe in Jesus den gefunden, „für den ich mein Leben geben will“, bekannte der Bischof. Jeden Abend und jeden Morgen schaue er auf Jesus und sage ihm Dank dafür, „dass er mich behütet, dass er bei mir ist, dass er die Mitte ist in meinem Leben und in der Kirche.“ 

Zum Abschluss des Gottesdienstes erteilte der Bischof mit der kostbaren Kreuzreliquie den feierlichen Schlusssegen und entließ die Teilnehmer in den freundlichen Spätsommertag.  

© Jochen Reichwein

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