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Eine radikale Wende zum Evangelium

Weihbischof Thomas Löhr beim Fronleichnamsgottesdienst im Frankfurter Dom
Eine radikale Wende zum Evangelium
Eine radikale Wende zum Evangelium
Ein Foto aus dem Jahre 2017, vor der Pandemie: Fronleichnam mit Weihbischof Thomas Löhr auf dem Römerberg. © Stadtkirche Frankfurt

„Die Zeit der kirchlichen Betriebsamkeit ist vorbei“: Das hat Weihbischof Thomas Löhr im Fronleichnamsgottesdienst in Frankfurt gesagt, der aufgrund der Pandemie erneut nicht auf dem Römerberg mit anschließender Prozession, sondern im Kaiserdom gefeiert wurde. „Vor uns liegt die Aufgabe einer inneren Reform, einer radikalen Wende zum Evangelium, zu einer von der Spiritualität geprägten und zur geistlichen Erneuerung hinführenden Theologie“, betonte er in seiner Predigt. Die Verbindung mit Christus im Sakrament des Altares und das tatkräftige Zeugnis des Dienstes an den Menschen, vor allem an den Armen gehöre zusammen: „Das ist unsere Spiritualität.“

Ob diese Wende von einer reichen, gut strukturierten, aber wohl schon müde gewordenen Kirche bewältigt werde, sei zu erweisen. Eine Kirche, arm und für die Armen, wie Papst Franziskus sie sich wünsche, täte sich bestimmt leichter und käme auf jedem Fall dem Bild und Beispiel Christi nahe, zeigte sich Löhr überzeugt. Jesus habe alles hergegeben und sich im Brote uns hingegeben. „Armut ist nicht ein Auftrag Christi, sondern ein kostbares Erbe, das er uns hinterlassen hat.“, sagte der Weihbischof.

Eindringlich bat er die Gottesdienstteilnehmer bei allem Bedauern über die coronabedingten Einschränkungen, die Herausforderung anzunehmen und sich ganz auf das einzulassen, was bei jenem letzten Abendmahl geschehen sei. „Dass wir heute nicht im Freien sind, sondern in diesen starken Wänden des Doms, lenkt unseren Blick unwiderstehlich auf jenen Saal damals in Jerusalem.“ In diesem „Obergemach“ könne im tiefsten Inneren die Heilssendung Jesu erfahren werden. Dass Passion nicht nur das  Schicksal Jesu, sondern unsere Welt und unsere Zeit beschreibe, werde gerade in den Jahren 2020 und 2021 deutlich: „Um uns herum so viel Leid und Sterben und Einsamkeit und Verzweiflung.“ Abendmahl heiße eben nicht einfach, „froh und gemeinsam miteinander speisen“, sondern es bedeute, mit Jesus leiden, in der Hoffnung, mit ihm aufzuerstehen.

Sie gingen hinaus: Was damals im Abendmahlsaal geschehen sei, werde zur Forderung: „Nun ist es an uns hinauszugehen.“, so Weihbischof Löhr. Müssten wir nicht – in unserer pandemiegeschädigten Zeit – täglich hinausgehen zu den Menschen?  „Damit sie in unserem Handeln, in unserer Zuwendung, in unseren Worten spüren, dass Gott da ist. Nicht nur in der Monstranz, wie in den anderen Jahren, sondern auch durch uns und in uns?“

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