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Eine kleine Messe als musikalische Delikatesse

Rossinis „Petite Messe solennelle" erklingt in der Frankfurter Liebfrauenkirche
Eine kleine Messe als musikalische Delikatesse
Eine kleine Messe als musikalische Delikatesse
© Liebfrauen

Der italienische Opernkomponist Gioacchino Rossini war ein ausgesprochener Gourmet. Zahlreiche Restaurants sind nach ihm benannt. Der Schöpfer des „Barbiers von Sevilla" widmete sich in seinen letzten Lebensjahren auch der geistlichen Musik und komponierte ein Werk, das eine wahre musikalische Delikatesse darstellt: die „Petite Messe solennelle" (kleine, feierliche Messe). Schon im originellen Namen dieses Werkes erkennt man Rossinis feinen Humor. Wenn sie auch in der originalen Fassung mit Piano und Harmonium klein in der instrumentalen Besetzung ist, so bietet sie mit 90 Minuten eine Fülle von Chorsätzen und Solo-Arien jeglicher Couleur, die wie ein reichhaltiges Menu zubereitet sind.

Im Jahre 1863 erhielt Rossini vom französischen Grafen Alexis Pillet-Will einen Kompositionsauftrag, eine Musik zur Einweihung seiner Privatkapelle in Paris zu schreiben. Die Uraufführung mit nur zwölf Sängern, zwei Pianos und einem Harmonium fand am 14. März 1864 in der kleinen Kapelle statt. Einen Tag darauf hatte die Messe mit einer weiteren öffentlichen Aufführung einen sehr großen Erfolg. Rossini schreibt in einer ironischen Widmung an den „lieben Gott": „…hier ist sie, die arme kleine Messe. Ist es wirklich heilige Musik (musique sacrée) oder doch vermaledeite Musik (sacrée musique)? Ich bin für die Opera buffa geboren. Du weißt es wohl! Ein bisschen Können, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies."

Das Werk wurde von Rossini auch für großes Orchester orchestriert, seine favorisierte Fassung blieb jedoch die Aufführung in kleinem Rahmen mit Harmonium.

Im Konzert in der Frankfurter Liebfrauenkirche am Samstag, 28. April 2018, erklingt erstmals eine neue Instrumentierung der „Petite Messe solennelle" von Peter Reulein. Mit dem Vocalensemble Liebfrauen und dem Vokalensemble Cantemus werden viele Sängerinnen und Sänger das Werk aufführen. Das Harmonium wird diesmal durch ein Bläserquintett ersetzt, ein Kontrabass unterstützt das Piano und die Orgel ergänzt an einigen Stellen das Instrumentarium. Die Solisten an diesem Abend sind: Agnes Lipka (Sopran), Birgit Schmickler (Alt), Fabian Kelly (Tenor) und Christoph Kögel (Bass). Das Piano spielt Cornelia Neuwirth und an der Orgel wirkt Peter Reulein mit. Die Leitung hat Alexander Keidel, Assistent der Frankfurter Dommusik und Chorleiter des Vokalensembles Cantemus.

Eintrittskarten zu 15 Euro (ermäßigt 10 Euro) sind werktags an der Klosterpforte Liebfrauen und an der Abendkasse erhältlich.