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Einblicke in die interreligiöse Stadt

Kirchendezernent Uwe Becker lädt zum Religionsrundgang ein
Einblicke in die interreligiöse Stadt
Einblicke in die interreligiöse Stadt
© Wiese-Gutheil/Kath. Stadtkirche

„Frankfurt ist eine internationale und interreligiöse Stadt. Über 170 Nationen und Mitglieder von über 160 Gemeinden aller Weltreligionen leben hier friedlich zusammen. Doch viele Frankfurterinnen und Frankfurter wissen nur wenig über die vielen Religionen, die in unserer Stadt anzutreffen sind. Es ist mir ein Anliegen, den Dialog zwischen den Kulturen und Religionen zu fördern. Daher freut es mich besonders, ihnen erneut Einblicke in das interreligiöse Frankfurt geben zu können“, sagt Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker.

Bereits in den vergangenen Jahren hat Becker die Bürger zu kostenfreien Kirchenrundgängen eingeladen − jedes Mal mit großer Resonanz. Am Montag, 29. Oktober, und Montag, 5. November, lädt Becker nun erneut zum gemeinsamen Rundgang ein. Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit den St. Bartholomäus-Dom, die Westend-Synagoge und das Tibethaus gemeinsam mit dem Kirchendezernenten zu besichtigen.

Die erste Station des Rundgangs ist der Dom St. Bartholomäus, Frankfurts größte und bekannteste Kirche. Sie wird in Erinnerung an ihre Zeit als Wahl- und Krönungsstätte der deutschen Kaiser und Könige auch gerne „Kaiserdom“ genannt. Zwischen 1562 und 1792 wurden zehn Kaiser im Frankfurter Dom gekrönt. Die Kirche mit ihren 95 Metern Turmhöhe ist eines der ältesten Baudenkmäler der Stadt. Die Baugeschichte des Doms begann im siebten Jahrhundert und fand ihr Ende Anfang des 16. Jahrhunderts. Doch erst nach dem Dombrand von 1867 fand die Architektur der Kirche ihr heutiges Aussehen. 1356 wurde der Dom zur Wahlkirche und Frankfurt von 1562 an auch Krönungsort der Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

„Der Kaiserdom St. Bartholomäus zählt zu den bedeutendsten Wahrzeichen Frankfurts. Zudem hat er eine interessante und bewegte Geschichte. Heute wird der Dom im hektischen Alltag der Großstadt von vielen Menschen als Ort der Stille und Besinnung geschätzt. Ich freue mich darauf, ihn gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern zu besichtigen“, sagt Kirchendezernent Becker.

Mit dem Dom und sieben weiteren Kirchen in der Innenstadt verbindet die Stadt Frankfurt am Main ein in Deutschland einmaliger Dotationsvertrag, der als Folge der Säkularisierung 1830 zwischen der Freien Stadt Frankfurt und den christlichen Gemeinden Frankfurts geschlossen wurde. Darin verpflichtet sich die Stadt bis zum heutigen Tag, die acht Innenstadtkirchen samt zugehörigen Einrichtungen wie Orgeln und Geläute zu unterhalten.

Als Kulturinstitut spielt das Tibethaus in Europa eine einzigartige Rolle in der Vermittlung der alten und modernen Kultur Tibets und dient als Begegnungs- und Studienzentrum. Es bewahrt und fördert die tibetische Identität und bringt diese den Bürgerinnen und Bürgern näher. In über 300 Veranstaltungen pro Jahr werden die Themen Buddhismus, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Heilkunde und Wissenschaft beleuchtet.

„Die Stadt Frankfurt am Main ist dankbar für diesen Beitrag zur kulturellen Vielfalt. Das Tibethaus ist ein Schaufenster der tibetischen Kultur von der Medizin über die Kunst bis zur buddhistischen Religion und gleichzeitig ein Brückenkopf, der die Verbindung Frankfurts zu Tibet trägt. Wir sind froh und glücklich, diese Einrichtung unter der Schirmherrschaft seiner Heiligkeit den Dalai Lama, der das Tibethaus auch offiziell eröffnet hat, in unserer Stadt zu wissen“, sagt Becker.

Abschluss des Religionsrundgangs bildet der Besuch der Westend-Synagoge. Sie ist die größte Synagoge in Frankfurt und das geistliche Zentrum des jüdischen Gemeindelebens der Mainmetropole. Erbaut wurde sie von 1908 bis 1910 als erste Synagoge außerhalb der historischen Stadtmauern Frankfurts. Als einzige von ehemals vier großen Synagogen der Stadt überstand sie schwer beschädigt die Novemberpogrome 1938 und die Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges. 1950 wurde sie provisorisch renoviert, 1989 bis 1994 originalgetreu restauriert. Als dabei unter dem Putz und den Verschalungen des Wiederaufbaus unverhofft originale Bausubstanz zum Vorschein kam, entschloss man sich zu einer historisch genaueren Rekonstruktion des Baus. Im August 1994 wurde die Renovierung abgeschlossen. Die Baukosten von 8,5 Millionen Mark trugen der Bund, das Land Hessen, die Stadt Frankfurt und die jüdische Gemeinde.

„Das friedliche Zusammenleben der Menschen unterschiedlicher Religionen macht das Besondere unserer Stadt aus. Wie wertvoll dies für unsere Gesellschaft ist, wird vor dem Hintergrund unserer Geschichte deutlich“, sagt Becker. „Unsere Gesellschaft fußt auf dem christlich-jüdisch geprägten Wertefundament. Frankfurt ist heute stolz darauf, wieder Heimat einer großen und aktiven jüdischen Gemeinde zu sein. Unsere Stadt verdankt ihre heutige Bedeutung in vielerlei Hinsicht gerade auch den großen jüdischen Familien, die hier gelebt, gewirkt und gestaltet haben.“

Informationen zur Anmeldung

Die kostenlose Führung findet jeweils am Montag, 29. Oktober und Montag, 5. November, in der Zeit von 14 bis 18 Uhr statt. Treffpunkt ist um 13.50 Uhr am Eingang des Doms St. Bartholomäus, Domplatz 1.

Interessierte können sich bis Freitag, 26. Oktober, beziehungsweise Freitag, 2. November, um 12 Uhr, per E-Mail an DezernatII@bistumstadt-frankfurtlimburg.de sowie montags bis freitags in der Zeit von 10 bis 16 Uhr telefonisch unter 069/212-36424 unter Angabe des vollständigen Namens und einer Telefonnummer anmelden. Um eine frühzeitige Anmeldung wird gebeten, da die Teilnehmerplätze begrenzt sind. Die Vergabe erfolgt nach Eingang der Anmeldung. Die Anmeldung ist verbindlich. Eine Begleitung durch nicht angemeldete Personen ist nicht möglich. Die Tour ist barrierefrei, Gäste mit Gehbehinderungen beziehungsweise Rollstuhlfahrer werden gebeten, dies bei der Anmeldung mitzuteilen.

Wichtige Hinweise

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen sich am Tag des Rundgangs ausweisen und ihren Personalausweis oder Pass vorlegen. In der Synagoge herrschen strikte Sicherheitsvorkehrungen, vor dem Einlass wird eine Sicherheitskontrolle durchgeführt. Die männlichen Besucher bekommen vor Betreten der großen Halle die Kippa, das traditionelle Käppchen, ausgehändigt. Das Tragen einer Kopfbedeckung ist für Männer Pflicht.

Treffpunkt ist um 13.50 Uhr am Eingang des Doms St. Bartholomäus, Domplatz 1. Im Anschluss an die Dom-Führung geht es von dort dann mit einem bereitgestellten Bus zum Tibethaus und zur Synagoge. Der Rundgang endet an der Westend-Synagoge. Im Anschluss fährt der Bus wieder zurück zum Domplatz.

Während des Religionsrundgangs werden Fotoaufnahmen für Veröffentlichungen der Stadt Frankfurt gemacht. Sollten Teilnehmer mit der Veröffentlichung dieser Bilder nicht einverstanden sein, werden sie gebeten, dies bei der Anmeldung mitzuteilen.