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Die Diskussion lässt sich nicht einfach beenden

Statement des Stadtsynodalrates und der Stadtversammlung der Frankfurter Katholik*innen zu Segensfeiern
Die Diskussion lässt sich nicht einfach beenden
Die Diskussion lässt sich nicht einfach beenden
© Hung Pham / unsplash.com

Die Diskussion lässt sich nicht einfach beenden

Die Vorstände des Stadtsynodalrates und der Stadtversammlung der Frankfurter Katholik*innen treten weiter für Segensfeiern ein

Am 15. März 2021 äußerte sich die Kongregation für die Glaubenslehre zu Segensfeiern: Die Kirche habe keine Vollmacht, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts zu segnen.

Bereits im Jahr 2016 hatte das erste Frankfurter Stadtkirchenforum eine Diskussion über Segensfeiern angeregt, die dazu führte, dass Stadtdekan zu Eltz beim zweiten Stadtkirchenforum im Januar 2018 einen konkreten Vorschlag für Segensfeiern für gleichgeschlechtliche, zivil wiederverheiratete und unverheiratete Paare vorlegte, dem sich der Stadtsynodalrat anschloss. Bischof Georg machte sich diesen Vorschlag nicht zu eigen, hielt ihn aber für so konsistent, dass er einen Diskussionsprozess im Bistum dazu beauftragte. Seither finden ähnliche Diskussionen in anderen Bistümern statt, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken und viele Verbände haben sich positioniert, es wurden akademische Fachtagungen ausgerichtet und theologische Arbeiten mit dem aktuellen Forschungsstand publiziert. Im Synodalforum 4 „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“ des Synodalen Wegs fließen diese Erfahrungen ein. Noch bevor das Synodalforum und der Synodale Weg ihre Arbeit beendet haben, äußert sich nun die Kongregation für die Glaubenslehre.

Als Vorstände des Stadtsynodalrates und der Stadtversammlung der Frankfurter Katholik*innen kritisieren wir die Eingabe der Kongregation für die Glaubenslehre. Der Diskussion soll ein Riegel vorgeschoben werden; sie soll endgültig abgewürgt werden. Jedoch: Die Diskussion lässt sich nicht einfach beenden, indem Altbekanntes unter Ausblendung aktueller theologischer und humanwissenschaftlicher Erkenntnisse nur wiederholt wird. Wir schulden die Diskussion den Menschen in gleichgeschlechtlichen und zivil wiederverheirateten Beziehungen, die die Kirche um Segen bitten. Wir schauen voller Respekt auf ihre Liebe, Treue und Fürsorge. Wir staunen und sind dankbar für das Glaubenszeugnis, das in ihrer Bitte um Segen zum Ausdruck kommt. Wir stehen an ihrer Seite, wenn sie Verwundung, Zurückweisung und Ausgrenzung erleiden – auch durch die Kirche und ihre Lehre.

Die Kirche befindet sich in einer existentiellen Krise. Hieraus gibt es keinen einfachen Weg. Wir sind jedoch überzeugt, dass die Kirche sich aus dem Spannungsverhältnis von Glaubenslehre und Glaubenssinn der Gläubigen weiterentwickeln muss und im Hören auf die Gläubigen ein wichtiger Schritt des Weges besteht. Nur durch einen aufrichtigen, offenen Dialog wird die Kirche die Krise überwinden können und das Evangelium auch künftig Menschen erreichen und seine frohmachende Wirkung entfalten. Die Diskussion lässt sich nicht einfach beenden.

Wir danken Bischof Georg für seine Erklärung vom 15. März 2021 und unterstützen ihn ausdrücklich darin, den Synodalen Weg weiter zu gehen sowie in den Foren die drängenden Fragen unserer Zeit zu bearbeiten. Als Vorstände des Stadtsynodalrates und der Stadtversammlung der Frankfurter Katholik*innen treten wir dabei weiterhin für die Einführung von Segensfeiern ein, wie sie bei den Frankfurter Stadtkirchenforen 2016 und 2018 vorgeschlagen wurden. Wir führen aus tiefster Überzeugung und mit Beharrlichkeit die Diskussion weiter. Sie lässt sich nicht einfach beenden.

Frankfurt, 17. März 2021

Die Vorstände des Stadtsynodalrates und der Stadtversammlung der Frankfurter Katholik*innen

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