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Zeig` Gesicht und Kippa
Zeig` Gesicht und Kippa
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Zeig` Gesicht und Kippa

Katholische Stadtkirche unterstützt Kippa-Tag

Die Katholische Stadtkirche Frankfurt und die Stadtversammlung der Frankfurter Katholiken unterstützen die Initiative von Kirchendezernent Uwe Becker „Zeig´ Gesicht und Kippa“. Stadtdekan Johannes zu Eltz zeigte sich am Freitag, 20. April, dankbar für den Vorschlag, Christen und Menschen mit anderer oder ohne Religion in Frankfurt aufzurufen, am Montag, 14. Mai, in Solidarität mit den Juden in Deutschland ganztägig eine Kippa zu tragen: „Wir schließen uns gerne dieser Initiative an und wollen deutlich machen, dass Antisemitismus in unserer Stadt keinen Platz hat. Wer einen Juden oder eine Jüdin angreift, greift auch uns Christen an“, unterstrich zu Eltz. Am 14. Mai von 18 bis 19 Uhr sind außerdem alle Bürger auf den Römerberg eingeladen, sich dort mit Kippa zu einer gemeinsamen Solidaritätsbekundung mit jüdischem Leben in der Stadt einzufinden.

Nachdem in Berlin ein junger Israeli angegriffen worden, weil er die traditionelle Kippa auf dem Kopf trug, hatte Frankfurts Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker unter dem Motto „Zeig´ Gesicht und Kippa“ einen Kippa-Tag angeregt. Als Bekenntnis der Solidarität mit den in Deutschland lebenden Jüdinnen und Juden und als klares Zeichen gegen Antisemitismus, sollten Frankfurter mit und ohne jüdischen Glauben einen Tag lang eine Kippa in der Öffentlichkeit tragen. Auch Frauen sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. 

Da vielfach auch die Frage gestellt wird, ob neben den individuellen Aktivitäten jedes einzelnen auch ein gemeinsames Zeichen der Solidarität organisiert werden kann, wird Bürgermeister Uwe Becker nun

„Der Zusammenhalt wird mit dem Zusammenstehen sicher noch eindrucksvoller gelingen und so lade ich alle Mitmachenden bei der Aktion „Zeig´ Gesicht und Kippa“ auf den Römerberg ein“, erklärte Bürgermeister Uwe Becker.

„Wenn Jüdinnen und Juden sich nicht trauen, ihren Glauben öffentlich zum Ausdruck zu bringen und sogar auch angegriffen werden, sobald sie dies tun, ist die gesamte Gesellschaft gefordert. Antisemitismus ist kein Problem der Jüdischen Gemeinschaft alleine, sondern von uns allen“, betonte Bürgermeister Uwe Becker. „Nicht an einem zentralen Ort für einen begrenzten Moment, sondern überall dort, wo das normale Leben stattfindet, soll die Kippa zeigen, dass es normal sein sollte, jüdischen Glauben offen bezeugen zu können.“

Wer mitmachen will, aber nicht selbst über eine Kippa verfügt, kann sich an das Büro des Bürgermeisters wenden. Ansprechpartnerin dort ist Wiebke Reimann, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Telefon 069/212-46172.

Rat der Religionen schließt sich Kippa-Aufruf an

Auch der Rat der Religionen Frankfurt begrüßt die von Bürgermeister Uwe Becker angestoßene und von vielen zivilgesellschaftlichen Institutionen, den Kirchen u. a. aufgenommene Initiative zu einem „Kippatag“. Nicht nur vor dem Hintergrund der Shoah, sondern als Gebot der Menschlichkeit verbiete es sich, Antisemitismus als Randphänomen zu bagatellisieren, heißt es in einer Stellungnahme. In diesem Sinne rufe der Rat der Religionen zur Beteiligung am „Kippatag“ am Montag, 14. Mai, auf.

"Es gehört zu den Grundwerten unserer Gesellschaft, dass Menschen ihren Glauben offen/öffentlich bezeugen können; und wo immer diese Freiheit bedroht ist, ist zu ihrer Verteidigung die Solidarität der gesamten Gesellschaft gefordert. Dabei geht es nicht allein um Religionsfreiheit, sondern darüber hinaus um die Achtung der Menschenwürde und unser gewaltfreies Zusammenleben", so die Erklärung des Rates. Solidarität beschränke sich nicht auf das Eintreten gegen Antisemitismus. Sie gelte vielmehr allen Menschen, die wegen ihrer Religion, Herkunft oder aus anderen Gründen Diskriminierung und Ausgrenzung bis hin zu gewaltsamen Übergriffen ausgesetzt seien. Solidaritätsbekundungen sollten sich daher nicht auf symbolische Handlungen beschränken. Entscheidend seien eine geschwisterliche Haltung im Alltag, die Bereitschaft zu gegenseitigem Kennenlernen, aber auch zum Hinterfragen vermeintlicher Gewissheiten und der Wille, Konflikte auszuhalten und gewaltfrei zu lösen.