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Vor den Altären ein Feldbett für Europas Jugend

Zum dritten Mal Tage der Begegnung in Nied und Griesheim
Vor den Altären ein Feldbett für Europas Jugend
Vor den Altären ein Feldbett für Europas Jugend
Musik verbindet - auch schon bei den früheren Tagen der Begegnung © Hedwigsforum/Archiv

„Geschafft!“ Für Pfarrer Rolf Glaser ist eine wichtige logistische Anforderung gelöst: 120 junge Menschen, die vom 18. bis 22. September aus neun europäischen Ländern bei den Dritten Internationalen Tagen der Begegnung in den katholischen Gemeinden in Nied, Griesheim und im Gallus zusammenkommen, haben eine Unterkunft.

„Mit einem Feldbett vor den Altären unserer Gemeinden haben wir seit dem Frühjahr bei den Familien im Pastoralen Raum um eine Unterkunft für die Jugendlichen aus Bosnien-Herzegowina, Italien, dem Kosovo, Polen, Rumänien, Slowakei, Tschechien, der Ukraine und Weißrussland geworben,“ berichtete Pfarrer Glaser am Mittwoch, 21. August, vor Journalisten in Griesheim.

Aufbauend auf den Erfahrungen und Erlebnissen der Begegnungen 2008 und 2013 sollen im September die Netzwerke vertieft und erweitert werden, die mit und in den Ländern Ost- und Mitteleuropas entstanden sind. Zugleich wolle man „die Sensibilität für Europa in unseren Gemeinden, in der Stadtkirche und in das Bistum hinein stärken“. Dem folge auch das Motto der 3. Tage der Begegnung: „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“ (Psalm 18, 30).

Dabei verwies Rolf Glaser auf den Fall der Berliner Mauer vor 30 Jahren und die Öffnung es „Eisernen Vorhangs“. Dennoch, so Glaser, gebe es auch heute „Mauern, in den Köpfen und in den Herzen.“ So seien die Folgen des Balkankrieges noch lange nicht überwunden und die Ukrainekrise halte unvermindert an. Daher seien vor allem Christen „aufgerufen, die Mauern zu überwinden, die Menschen voneinander trennen und gegeneinander aufbringen“. Glaser betonte: “Es gilt, die Einheit Europas zu entfalten und die Werte Europas zu stärken.“

Kirche kann jung, dynamisch, engagiert und international sein, das soll man hier erleben können!

Pastoralreferent Rolf Müller

Rahmenprogramm will Europas Werte stärken - Finanzierung steht

Um Europa geht es auch im Diskussionsforum im Rahmen des Programms am Donnerstagabend (19.09.). Die öffentliche Veranstaltung in Sankt Gallus steht unter dem Thema „We need (more) Europe – and Europe needs you“. Dabei sollen vier Themenkomplexe behandelt werden: Freizügigkeit, Migration, Verantwortung von Christen für Europa sowie Europas Verantwortung für die Welt. Nach den Vorgaben und Plänen von Pastoralreferent Rolf Müller, dem Geschäftsführer und Programmverantwortlichen des Projektes, fließen die Ergebnisse dann ein in eine „Frankfurter Erklärung“, die am Freitag im Kaisersaal des Römers beim Empfang durch die Stadt übergeben werden soll.

Spielerisch zugehen wird es dann am Nachmittag beim „Spiel der Nationen“ Dabei sollen sich Jugendliche aus Europa zusammenfinden, sich in Gemeinschaft näher kennen lernen und bei Sport, Spiel und Spannung Spaß miteinander haben. Mit der Verleihung des „Klaus Blessing Cup“ – in Erinnerung an einen der Gründer des Hedwig Forums – endet dieser Nachmittag. Um Freude und Gemeinschaft wird es auch gehen beim Festgottesdienst am Samstag um 16 Uhr mit dem Limburger Bischof Georg Bätzing in der Kirche Sankt Hedwig, der Heimat des „Hedwigsforum – Kirche der Welt“.

Hochzufrieden zeigte sich Rolf Müller, „weil die Finanzierung dieses Großevents im Großen und Ganzen steht“. Für die Kosten von rund 25.000 Euro kommen die Stadt Frankfurt und das Bistum Limburg auf. Damit werden Zuschüsse für Reisekosten gezahlt sowie Verpflegung, öffentliche Veranstaltungen und auch das Band-Festival finanziert. Es bildet den Abschluss am 21. September und wird von sechs Bands gestaltet, deren Programm von geistlich bis rockig reicht. Spätestens dann soll sich das erfüllen, was sich nicht nur Müller von diesen Tagen erhofft: „Kirche kann jung, dynamisch, engagiert und international sein, das soll man hier erleben können!“.