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Unvoreingenommener Menschenfreund

Bischof und Diözesancaritasdirektor verabschieden Monsignore Michael Metzler in den Ruhestand
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Unvoreingenommener Menschenfreund
Bischof Dr. Georg Bätzing verabschiedete Monsignore Michael Metzler in den Ruhestand, coronabedingt in kleinerer Runde. © Fotostudio Sascha Braun

Er hat Spuren hinterlassen und Wegmarken gesetzt – da sind sich bei der Verabschiedung von Monsignore Michael Metzler alle einig. Bischof Dr. Georg Bätzing und Diözesancaritasdirektor Jörg Klärner würdigten am Donnerstag, 27. August, bei einer Vesper und einem coronabedingt kleineren Festakt im Limburger Priesterseminar die Verdienste von Michael Metzler, der zum 1. September mit 75 Jahren in den Ruhestand geht. Pfarrer Metzler, wie er sich selbst lieber nennt, hat den Großteil seines priesterlichen Dienstes in Frankfurt, seiner Heimatstadt, und in Limburg verbracht. Immer wieder war er mit Leitungsaufgaben betraut, zuletzt war er seit 2010 Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes für die Diözese Limburg und zugleich zuständiger Dezernent im Bischöflichen Ordinariat. 

Bischof Georg Bätzing dankte Metzler für dessen große Verdienste und würdigte ihn als „echten Arbeiter am Reich Gottes“, der immer ansprechbar und interessiert gewesen sei. Er sei Pfarrer von ganzem Herzen, mit Leib und Seele – für die Menschen und mit den Menschen, so der Bischof. „Sie haben immer einen bleibenden Eindruck hinterlassen, man vermisste Sie, wenn Sie gegangen sind“, erklärte der Bischof von Limburg. Er habe Wegmarken gesetzt und sei immer mit den Menschen verbunden geblieben. Diözesancaritasdirektor Jörg Klärner verwies auf eine Epoche, die nun ende. Schon bevor Metzler Vorstandsvorsitzender wurde, war er für den Diözesancaritasverband tätig, insgesamt 25 Jahre. Metzler habe klug und umsichtig die Entwicklung der Regionalverbände und des Spitzenverbandes mitgestaltet und geleitet. „Du hast in deiner Caritas Spuren hinterlassen, Orientierung und Hoffnung gegeben“, sagt Klärner. „Du bist mit offenem Herzen den Menschen zugewandt. Unvoreingenommen, aufmerksam, unerschrocken, fröhlich, humorvoll und noch viel mehr.“ Seine Art auf Menschen zuzugehen und für Menschen in Not zu streiten, werde dem Verband auch in Zukunft Ansporn sein.

Dankmedaille des Deutschen Caritasverbandes: „Ihr Dienst stärkt Menschen“

Auch im Namen des Präsidenten des Deutschen Caritasverbandes, Prälat Dr. Peter Neher, bedankte sich Klärner bei Metzler. Die Caritas im Bistum Limburg habe das Glück, so Neher, mit Metzler einen Vorsitzenden gehabt zu haben, „dem das Ineinander von Caritas, karitativer Arbeit und Spiritualität wichtig ist und dem viel daran liegt, mit anderen ins Gespräch zu kommen“. Dafür bekam Metzler die Dankmedaille des Deutschen Caritasverbandes mit der Inschrift: „Ihr Dienst stärkt Menschen.“

In seiner Predigt nahm Metzler Bezug auf das Tagesevangelium, das just an diesem Tag so gut passte. Denn, um einer Frau in Not zu helfen, verstößt Jesus gleich zweimal gegen herrschende Konventionen. Metzler sprach direkt die Gäste an, Verantwortliche in der Bistumsleitung und der Caritas, diese Einstellung als Ermutigung zu begreifen. Jesus sehe die Frau in Not, die „ganz unten“ sei, an; Jesus gebe ihr ein Ansehen. Und er habe Mitleid mit ihr, und zwar Mitleid als Quelle einer verändernden Kraft. Auch stelle Jesus keine Bedingungen und frage nicht nach der Religion der Frau. Es ist die zuwendende Liebe Gottes, die Metzler predigt und die ihm selbst die vergangenen 50 Jahre eine zentrale Grundhaltung ist. Für Metzler ist das Zeugnis des Glaubens immer auch das Zeugnis der Menschenfreundlichkeit Gottes. „Ich wünsche mir, dass auch durch das Handeln der Kirche erfahrbar wird: Gott hat sich seines Volkes angenommen“. 

Am letzten „Arbeitstag" zu seiner ersten Station

Dass man ihn nun ungern gehe lasse, dieses Phänomen kennt Metzler bereits von seiner ersten Stelle als Seelsorge-Praktikant in Flörsheim. Dort wird er an seinem letzten offiziellen „Arbeitstag“ am Montag, 31. August, den „Verlobten Tag“ mitfeiern, einen Tag nach seinem 75. Geburtstag. So schließt sich nach 50 Jahren hier ein Kreis. 

Ein ausführliches Interview mit Pfarrer Michael Metzler gibt es auf der Seite www.dicv-limburg.de

Monsignore Michael Metzler

Ordinariatsrat Monsignore Michael Metzler wurde am 30. August 1945 in Frankfurt-Unterliederbach geboren. 1970 wurde er in Limburg zum Priester geweiht. Als Seelsorge-Praktikant war Metzler von Januar 1971 bis Ende Oktober 1972 in Flörsheim tätig, anschließend war er bis Ende März 1975 Kaplan in St. Bernhard in Frankfurt. Mit Anfang 30 wurde er Bezirksvikar und Jugendpfarrer im Kirchenbezirk Limburg. Von 1980 an war er Diözesanjugendpfarrer und leitete das Dezernat Jugend im Bischöflichen Ordinariat. Für diese Zeit wurde er auch zum Präses des Bundes der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ) im Bistum Limburg gewählt. Ende 1986 wechselte er schließlich nach Frankfurt-Bornheim, wo er bis September 2016 als Pfarrer tätig war. Zusätzlich zu dieser Tätigkeit war er mehr als elf Jahre, von 2002 bis Ende 2013, Dekan des Dekanats Frankfurt-Ost. Außerdem war er von 2004 bis 2009 und 2011 bis 2016 Ständiger Vertreter des Stadtdekans und Bischöflichen Kommissars für Frankfurt, und von Juni 2009 bis August 2010 kommissarischer Stadtdekan und bischöflicher Kommissar in Frankfurt. Seit Mai 2010 ist Monsignore Metzler Vorstandsvorsitzender des Caritasverbands der Diözese Limburg. Bereits seit 1995 war er Mitglied im Vorstand. 2010 wurde er zum Ordinariatsrat ernannt. 2011 bekam Metzler den päpstlichen Ehrentitel Monsignore verliehen. Zwischen 2012 und 2016 war er zusätzlich zu seiner Aufgabe als Vorsitzender des Caritasverbands als priesterlicher Leiter tätig, in dem Prozess der Pfarreiwerdung der sechs Pfarreien des Dekanats Frankfurt-Ost zur „Pfarrei Neuen Typs“, St. Josef-Frankfurt. Zum 1.September 2020 tritt Pfarrer Metzler in den Ruhestand.