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Stabwechsel im Familienzentrum Monikahaus

Margit Grohmann geht in den Vorruhestand und übergibt die Geschäftsführung an Heike Sienel
Stabwechsel im Familienzentrum Monikahaus
Stabwechsel im Familienzentrum Monikahaus
© SkF

35 Jahre hat Margit Grohmann (links im Bild) das Familienzentrum Monikahaus innovativ, mutig und kreativ geleitet. Nun ging sie Ende Juni 2018 in den Vorruhestand und Heike Sienel (re.), die seit zwei Jahren die pädagogische Geschäftsführung innehatte, übernahm die Gesamtgeschäfte. Dieser Stabwechsel war gemeinsam mit dem Vorstand des Trägervereins SkF Frankfurt geplant und vorbereitet worden. „Als Margit Grohmann uns vor über zwei Jahren ihren Entschluss mitteilte, haben wir aktiv nach einer Nachfolgerin gesucht und in Heike Sienel eine kompetente und engagierte Führungskraft gefunden“, sagte Vorstandsvorsitzende Brigitte Weber.

Das Motto „Hilfe von Mensch zu Mensch“ prägte das Wirken von Margit Grohmann seit 1983 als Heimleiterin und ab 1999 als Geschäftsführerin des Familienzentrums Monikahaus. Viele Meilensteine hat die Diplom-Pädagogin und systemische Familientherapeutin errichtet. Stets hatte sie dabei die Bedürfnisse der Kinder und Familien im Blick und daran anknüpfend Projekte initiiert und Konzepte erarbeitet. Geprägt von der Bindungstheorie und in tiefer Überzeugung ihrer langjährigen Erfahrung in der Heimerziehung hat Margit Grohmann das heilpädagogische Kinder- und Jugendheim in den 80er Jahren konzeptionell neu aufgestellt: „Aufgrund meiner Arbeit mit Kindern, die nie eine sichere Bindung erfahren haben, ist mir der hohe Stellenwert der Beziehungs- und Bindungsarbeit in der Sozialarbeit immer deutlicher geworden.“ Seit dieser Zeit stellt die Eingangs-Diagnostik den konkreten Bedarf eines Kindes fest, die Gruppenarbeit bietet dem Kind ein förderndes, heilpädagogisches Milieu, die Familienberatung unterstützt die Eltern und der Heilpädagogische Dienst fördert Kinder ganz individuell. Denn die Rückkehr in die Familie ist Ziel der heilpädagogischen Heimerziehung. Tagesgruppen, Ambulante Hilfen und die Monikahausschule sind aus diesem Geist als weitere wichtige Angebote der Erziehungshilfe im Monikahaus entstanden.

Meilensteine in der Arbeit für Familien

Präventiv zu handeln und entsprechend der sich ändernden Bedürfnisse neue Wege zu gehen, war Margit Grohmann stets wichtig. Um das Aufwachsen der Kinder frühzeitig zu fördern, hat sie mit STEEPTM und „Guter Start ins Leben“ Frühe Hilfen geschaffen, die Familien von Anfang an unterstützen. So entstanden neben der Schwangerschaftsberatung die Bereiche Frühe Hilfen, Familienbildungsstätte und das KiFaZ. Von anfänglich 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde das Team auf über 130 vergrößert. Ihr besonderes Engagement galt Frauen in schwierigen Lebenssituationen. Mit der Aktion Moses entwickelte und begleitete sie mit den Schwangerschaftsberaterinnen das ehrenamtliche Notruftelefon. Sie war bei Journalisten und Fachleuten stets eine gefragte Gesprächspartnerin. So beriet Margit Grohmann das Bundesfamilienministerium bei der Umsetzung des neuen bundesweiten Notrufs. Margit Grohmann hat als Geschäftsführerin Häuser gebaut und umgebaut, neue Bereiche geschaffen, Projekte initiiert, Konzepte und Strategien entwickelt und sich aktiv für Frauen und Familien eingesetzt. Das Familienzentrum Monikahaus bietet heute ein breites Spektrum an ambulanten, teilstationären und stationären sowie frühen Hilfen an.

Mit Schwung und Augenmaß in die Zukunft

„Unser Dank gilt dem großartigen und mutigen Engagement von Margit Grohmann, die so das Monikahaus zukunftsweisend aufgestellt hat“, sagte Heike Sienel. „Ich freue mich, mit unseren kompetenten und engagierten Mitarbeitenden gemeinsam neue Projekte anzustoßen und die gute Arbeit der vergangenen Jahre fortzusetzen.“ Nach dem Motto „Familien stärker machen – sich stark für Familien machen“ wird Heike Sienel auch in quirligen und schnelllebigen Zeiten das Familienzentrum Monikahaus mit Augenmaß und Nachhaltigkeit weiterentwickeln. „Als Geschäftsführerin ermutige ich jedes Teammitglied Architekt seines Arbeitsbereichs zu sein, um vernetzt und engagiert Neues auszuprobieren. So haben wir die Bedarfe der Kinder und Familien weiter im Blick, können unsere Angebote und Projekte gezielt ausrichten und das Monikahaus auch weiterhin zukunftsweisend aufstellen.“

Stärken stärken und die Vielfalt in der Gesellschaft wirklich leben – dafür hat die Diplom-Pädagogin sich in ihrer 25-Jährigen Berufserfahrung stets eingesetzt: Unter anderem als Leiterin der Migrationsberatungsstelle, als Fachberaterin „Frühe Bildung für alle“ sowie bis 2016 als strategische Projektleiterin für das Modell-Projekt „Eine Kita für alle – Vielfalt inklusive“ in Kooperation mit einem internationalen Unternehmen. „Sich gegenseitig wertschätzen, Verständnis für den anderen aufbringen und voneinander lernen – dies habe ich daraus mitgenommen“, sagt Heike Sienel heute. Durch ihr berufsbegleitendes Masterstudium Diakoniewissenschaft „Führung in Kirche und Diakonie“ bringt sie Impulse in das Monikahaus mit: Alle Akteure im Monikahaus – das Team, die Kinder und die Familien – wird sie aktiv beteiligen, um weiter gemeinsam den Weg in die Zukunft zu gehen: „Die Wirkfaktoren unserer pädagogischen Arbeit sind mir dabei Richtschnur und Basis bei der Analyse und Weiterentwicklung der Qualität.“