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Neue Heimat für alleinerziehende Mütter

Familienzentrum Monikahaus eröffnet Wohngruppe für Frauen
Neue Heimat für alleinerziehende Mütter
Neue Heimat für alleinerziehende Mütter
Hell und freundlich und mit vielen Kinderstühlchen, die Küche der neuen Wohngruppe © Monikahaus

Für gutes Miteinander im Gallus hat das katholische Familienzentrum Monikahaus im Gallus eine neue Wohngruppe für alleinerziehende geflüchtete Mütter eingerichtet. Am Donnerstag, 25. April, wurde die betreute Mutter-Kind-Wohngruppe für sechs Mütter und insgesamt zehn Kinder – darunter vier Säuglinge – mit einem Nachbarschaftsfest fröhlich eingeweiht. Zuvor waren die Frauen aus Hotels und anderen Frankfurter Flüchtlingsunterkünften in die Räume des Trägervereins Sozialdienst katholischer Frauen umgezogen. Stadträtin Daniela Birkenfeld würdigte bei der Eröffnung die Initiative: „Hier finden die Frauen ein optimales Umfeld, um für sich eine selbstbestimmte Perspektive aufzubauen“, sagte die Sozialdezernentin. Es war noch Margit Grohmann, die langjährige im Sommer 2019 in den Vorruhestand verabschiedete Geschäftsführerin des Familienzentrums, die vor einem guten Jahr mit der Idee auf Birkenfeld zukam, leerstehende Räume im Haus für eine Wohngruppe umzubauen. Die Stadträtin war davon nicht nur deshalb begeistert, weil sie dringend nach weiteren Kapazitäten für die Unterbringung von Flüchtlingen suchte. Sie sah auch die Chance für eine gute Begleitung und Integration in den Stadtteil: „Die Frauen können die Angebote im Haus nutzen und lernen dabei Familien aus der Nachbarschaft kennen.“

Sechs Familienzimmer und ein Lernraum

Gemeinsam mit der Stabsstelle Unterbringungsmanagement und Flüchtlinge im Dezernat von Birkenfeld machte sich der Sozialdienst katholischer Frauen daraufhin an die Umbauplanung und Konzeptionierung. Entstanden sind auf der zur Verfügung stehenden Etage sechs Familienzimmer, eine Küche, ein Gemeinschaftsraum sowie gemeinschaftlich nutzbare sanitäre Einrichtungen. Auch ein zentraler Lernplatz für die Bewohnerinnen wurde hergerichtet.

Birkenfeld dankte der Vorstandsvorsitzenden Brigitte Weber und der jetzigen Geschäftsführerin des Familienzentrums, Heike Sienel, für das Engagement des Sozialdienstes katholischer Frauen. „Alleinerziehende Frauen haben es nach der Flucht besonders schwer, sich ein eigenes Leben aufzubauen – sie brauchen unsere besondere Unterstützung“, sagte die Stadträtin. Den Bewohnerinnen wünschte sie alles Gute und gab ihnen mit auf den Weg: „Nutzen Sie jede Möglichkeit, Ihre deutschen Sprachkenntnisse zu verbessern. Die Verständigung ist der Schlüssel zur Integration – ob im Privatleben oder beim Aufbau einer beruflichen Perspektive.“

Alleinerziehende Frauen haben es nach der Flucht besonders schwer, sich ein eigenes Leben aufzubauen – sie brauchen unsere besondere Unterstützung.

Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld

Schwierige Wohnungssuche für Geflüchtete

Die Stadt Frankfurt hat von 2014 bis Ende 2018 insgesamt 7600 Asylbewerber vom Land Hessen zugewiesen bekommen, die von ihr unterzubringen waren. Die Stabsstelle Unterbringungsmanagement und Flüchtlinge erfüllt diese Aufgabe in enger Kooperation mit Trägern der freien Wohlfahrtspflege, die entsprechende Unterkünfte im Auftrag der Stadt betreiben. In diesem Jahr sind es bisher pro Woche durchschnittlich 15 Personen gewesen, die aus der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in Gießen nach Frankfurt kamen.

Durch den angespannten Wohnungsmarkt in Frankfurt finden selbst Schutz- und Bleibeberechtigte nach Abschluss ihres Asylverfahrens nur vereinzelt eine eigene Wohnung. Dadurch sind zurzeit noch rund 4900 Geflüchtete auf die Unterbringung durch die Stadt Frankfurt angewiesen. Darunter befinden sich rund 250 alleinerziehende Frauen mit zusammen fast 400 Kindern. Ein Drittel der Frauen stammt aus Eritrea. Die Plätze zwei bis vier der Herkunftsländer belegen Afghanistan, Äthiopien und Ghana. Nach Möglichkeit werden sie in Einrichtungen untergebracht, in denen sie mit anderen Alleinerziehenden und ihren Kindern betreut werden.

Hineinwachsen in die Stadt und den Stadtteil

Ziele der Betreuung im Monikahaus sind die Integration und das Hineinwachsen der Familien in die Stadt und in den Stadtteil Gallus. Die Frauen werden darin unterstützt, feinfühlig mit ihren Kindern umzugehen und ihre eigene Entwicklung  hin zu mehr Selbstbestimmung zu fördern. Sozialpädagogische Fachkräfte bieten Beratungen an, begleiten das Zusammenleben der Bewohnerinnen und entwickeln Angebote zu beruflicher und freizeitpädagogischer Integration. Darüber hinaus werden sie die Bindungsentwicklung der Kinder zu ihren Müttern intensiv unterstützen und mit den Müttern eine kindgerechte Betreuungssituation schaffen. Mit der Mutter-Kind-Wohngruppe erweitere das Monikahaus sein Spektrum deutlich und leiste einen wichtigen Beitrag zur Integration von Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund, unterstrich Geschäftsführerin Heike Sienel.

Kinder- und Familienzentrum (KiFaZ) Monikahaus

Vor mehr als 100 Jahren als Fürsorgeverein für gefährdete Frauen und Mädchen gegründet, unterhält der Sozialdienst katholischer Frauen Frankfurt e.V. im Frankfurter Stadtteil Gallus das Familienzentrum Monikahaus. Unter einem Dach bieten die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein breites Spektrum ambulanter, teilstationärer und stationärer Hilfen an. Grundlage der Arbeit ist das christliche Verständnis vom Menschen, jeden in seiner Einzigartigkeit und Würde anzunehmen.