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Lob und Dank zum Jahresabschluss

Bischof Georg Bätzing predigt in Frankfurt
Lob und Dank zum Jahresabschluss
Lob und Dank zum Jahresabschluss
Früher Nr. 257, heute Nr. 380 im Gotteslob: Großer Gott, wir loben dich. © F. Schuld/Bistum Limburg

Gott zu danken und ihn zu loben ist nach den Worten von Bischof Dr. Georg Bätzing die vornehmste Aufgabe des Menschen. „Singen heilt, gemeinsam singen stärkt im Glauben. Gott zu loben ist unsere vornehmste Aufgabe, auch an diesem Silvesterabend 2021“, sagte der Bischof von Limburg und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in seiner Predigt zum Jahresabschluss. Traditionell feierte er den Gottesdienst am Freitag, 31. Dezember, im Frankfurter Bartholomäus-Dom.

Bischof Bätzing blickte auf das bekannte Kirchenlied „Großer Gott, wir loben dich“, das Angela Merkel beim Großen Zapfenstreich als eines von drei Liedern auswählte. Tagelang sei über die Liedauswahl der langjährigen Kanzlerin diskutiert worden und scheinbar habe sie, die Frau, die alles Persönliche von den Pflichten ihres hohen Amtes distanziert habe, doch einen Blick in ihr Gemüt zugelassen. „Das Kirchenlied wählte sie vermutlich aus Respekt vor der familiären Herkunft aus einer evangelischen Pfarrersfamilie; doch es war noch mehr: ‚In einer Welt, hinter der Gott unsichtbar geworden ist, dankte sie ihm zum Abschied ganz unbefangen‘“, sagte Bätzing.  Das Kirchenlied sei augenblicklich in aller Munde gewesen. Traditionell begleite es viele festliche Gelegenheiten und es gebe Situationen, wie den Jahresabschlussgottesdienst, da fehle etwas, wenn es nicht gesungen würde.

Manch Gutes trotz vieler Katastrophen

Mit dem Lob verbindet sich in der Liturgie auch der Dank. „Auch dieses Jahr 2021 mit all seiner Beschwer, mit der Dramatik einer weltweiten Pandemie, mit Kriegen, Flucht und Vertreibung, Naturkatastrophen und Hungersnöten – es war nicht nur ein Jahr großer Zumutungen, wir haben persönlich und im Miteinander manch Gutes erfahren. Wohltaten, für die es uns heute Abend drängt, Gott zu danken. Dagegen spricht nicht, wenn einem dabei Tränen der Sorge und Trauer in die Augen schießen“, sagte der Bischof. Das Lob Gottes sei jedoch kein Jubel, der haarscharf an der Kante harter Lebensumstände und Glaubensnöte der Menschen vorbeigehe. „Wer Gott lobt und preist, der soll es aufrichtig tun. Gott braucht keinen Überschwang, er liebt die Übertreibung nicht. Er kennt ja die Tiefen unseres Herzens und auch seine Untiefen. Er will wahrhaftig gelobt sein. Das Te Deum hält diesem Anspruch stand“, so Bätzing. Das Te Deum ist ein frühchristlicher Hymnus, ein Lobpreis, der die Schöpfung würdigt, Jesus Christus preist und mit Bitten, die wie Stoßgebete wirken, endet.

Christlicher Glaube ist vernünftig

Schon immer hätten Lieder und Hymnen, Menschen im innersten berührt. „Lieder sind Antworten des ganzen Menschen mit Geist, Verstand, Herz und Sinnen auf die Entdeckung der Wunder, die Gott um unseretwillen wirkt. Hymnen erklären nicht, sie belehren nicht, sie preisen Gott und halten seine Größe für uns aus und offen“, erklärte der Bischof. Hymnen seien bergende Räume, in denen sich leben und atmen lasse. Nicht umsonst habe die zeitgenössische geistliche Musik sie wiederentdeckt. Lobpreis-Gottesdienste machten eine ganze Sparte aus und sprächen nicht nur junge Menschen an. „Ganzheitlich beten mit Leib und Seele, sich in das Lob Gottes versenken mit offenen Händen, ausgestreckten Armen, kniend, tanzend. Das ist wieder sehr beliebt und war in der frühen Kirche gute Tradition“, so Bätzing. Allerdings gebe es auch Gefahren und es brauche aufmerksame Begleitung. Ektase und Emphase bräuchten im Intellekt, der nach Vernünftigkeit und Einsicht suche, ein Gegengewicht. Der christliche Glaube sei vernünftig. Man sollte sich nicht hinreißen lassen von erster Begeisterung und überschäumenden Gefühlen, denn dies trage oft nicht lange. Darum orientierten sich Hymnen oft an biblischen Texten. Sie seien kurz und prägnant, schweiften nicht ab, seien leicht auswendig zu lernen und daher lebenstauglich. 

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