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Lichtinstallationen in katholischen Kirchen - FINDET STATT

Innenstadtkirchen beteiligen sich an der Luminale vom 12. bis 15. März
Lichtinstallationen in katholischen Kirchen - FINDET STATT
Lichtinstallationen in katholischen Kirchen - FINDET STATT
Das Netzwerk in St. Leonhard © Netzwerk_Luminale2020 © Ulrich Wagner

An der Luminale beteiligen sich gleich vier katholische Kirchen in der Frankfurter Innenstadt mit vielfältigen künstlerischen Projekten: die Liebfrauenkirche am Liebfrauenberg, die St. Leonhardskirche am nördlichen Mainufer, St. Antonius im Westend und die KunstKulturKirche Allerheiligen am Zoo.

Seit jeher sind Kirchen wichtige Orte künstlerischer Interaktion und als solche traditionell auch bei der Luminale, der Frankfurter Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung,  stark vertreten. Vom 12. bis 15. März 2020 gibt es deshalb wieder spannende künstlerische Installationen in katholischen Innenstadtkirchen zu entdecken. „Die Dompfarrei St. Bartholomäus freut sich über die Initiative, Sankt Antonius durch die Lichtkunst der Meisterklasse von Michael Riedel zu einem Leuchtturm der Luminale 2020 werden zu lassen“, sagt der Stadtdekan und Pfarrer der Dompfarrei, Johannes zu Eltz. „Besonders stolz macht uns auch, dass drei weitere Kirchorte der Dompfarrei mit spannenden und künstlerisch anspruchvollen Beiträgen bei der Luminale 2020 vertreten sind. Dies sind die Liebfrauenkirche mit der auf Publikumsbeteiligung basierenden Klang- und Lichtinstallation ‚From Inner to Outer Light‘ von Anny und Sibel Öztürk, die St. Leonhardskirche mit der Schwarzlicht-Installation ‚Netzwerk‘ von Ulrich Wagner und die KunstKulturKirche Allerheiligen mit ‚Costae‘, einer interaktiven Lichtinstallation von Studierenden der Hochschule für Gestaltung Offenbach.“

St. Antonius

© Turned Off Luminale2020 © Manuel CorneliusTurned off in St. Antonius

Unter dem Titel „Turned Off“ zeigen Meisterschüler des Künstlers Michael Riedel ihre Arbeiten an versteckten Orten in der Kirche St. Antonius im Westend, Savignystrasse 28. Orte, die normalerweise für Kirchenbesucher unzugänglich sind, etwa die Empore, der Glockenturm oder die Sakristei, werden in besonderer Weise beleuchtet. Das Kirchenschiff bleibt absichtlich dunkel, um die Spannung zwischen Aktivität und Licht zu thematisieren. Vom 12. bis 15. März ist die Ausstellung von 19 bis 23 Uhr geöffnet.

Am Donnerstag, 12. März, findet zusätzlich um 19:30 Uhr eine Tanz-Performance statt. Am Freitag, 13. März, kocht die Klasse Riedel in der Freitagsküche, Mainzer Landstr. 105 (Hinterhaus) in Frankfurt. Beginn 19 Uhr. Am Samstag, 14. März, 14 Uhr, stellt die Meisterklasse zudem in der Reihe „Künstler im Gespräch“ ihr Projekt zur Luminale 2020 im Instituto Cervantes vor.

Liebfrauen

© From Inner to Outer Light_Luminale2020 © ÖztürkFrom inner to outer in Lebfrauen

„From Inner to Outer Light“ heißt die Installation der Lichtkünstlerinnen Anny und Sibel Öztürk in der Liebfrauenkirche unweit der Frankfurter Hauptwache: Sie haben eine Komposition aus Licht geschaffen, die den Dialog zwischen Franz von Assisi und Sultan al-Malik aus dem Jahr 1219 in Licht und Klang umwandelt. Der Musiker und Komponist Steve Jensen aus London hat dazu Musik geschaffen, die das dialogische Geschehen auf Augenhöhe beschreibt.

Anny und Sibel Öztürk öffnen Räume für Publikumsbeteiligung, die Stimmung, Töne und Atmosphäre aus dem Inneren der Kirche auf den Innenhof strahlen lässt. Inneres und Äußeres hängen zusammen.

Die Installation "From Inner to Outer Light" ist täglich von 19.30–22.30 Uhr geöffnet.

St. Leonhard

© Netzwerk_Luminale2020 © Ulrich WagnerDas Netzwerk in St. Leonhard

Für die Luminale greift der Kölner Künstler Ulrich Wagner in der St. Leonhardskirche, die nach jahrelanger Renovierung erst seit dem vergangenen Sommer wieder geöffnet ist, mit seinem „Netzwerk“ den Gedanken des Freilegens und Schichtens in einer ruhigen, minimalistischen Arbeit auf.

Dazu entwickelte er eine ca. sechs mal drei Meter große Bildtafel aus pigmentiertem Papierpulp, die von der Empore abgehängt und mit Schwarzlicht beleuchtet ist. Sie zeigt – in reliefartigen Schichtungen – den Grundriss der Kirche, der mit anderen architektonischen Strukturen über- und unterlagert wird. Diese nehmen allesamt Bezug auf die Geschichte und die urbanen Strukturen Frankfurts, und verweben so die Kirche eng mit der Stadthistorie. Wagner kombiniert in seiner Arbeit übliche und fluoreszierende Tagleuchtpigmente, so dass je nach Lichtsituation starke Unterschiede in der Wirkung der Arbeit entstehen und unterschiedliche Schichten in den Vordergrund treten.
Die Arbeit "Netzwerk" von Ulrich Wagner ist vom 12. bis 15. März, 19.30–23.00 Uhr, in St. Leonhard zu sehen.

Allerheiligen

© Costae_Luminale 2020 © Luigi Galbusera, Carina HinterkircherCostae in Allerheiligen

„Costae“ ist eine interaktive Lichtinstallation von Carina Hinterkircher und Luigi Galbusera in der KunstKulturKirche Allerheiligen, Thüringer Str. 31, im Ostend.

Die Künstler haben einen Pavillon entworfen, der aus einer Stützstruktur und einer reaktiven Membran besteht. So wird es den Besucherinnen und Besuchern ermöglicht, mit dem Raum zu kommunizieren. Mit Hilfe von Bewegung, Licht und einer multidimensionalen Projektion wird ein immersives Erlebnis geschaffen.

Carina Hinterkircher und Luigi Galbusera studieren Design an der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Die Lichtinstallation "Costae" ist vom 12. bis 15. März, 19.30–22.30 Uhr, in der KunstKulturKirche Allerheiligen zu sehen. Außerdem gibt es am Freitag, 13. März, 19.30 Uhr eine interaktive Tanzperformance mit Madgalena Dzeco und Sandra Domnick.

Über die Luminale

Seit 2002 findet in Frankfurt alle zwei Jahre die Luminale statt. Ursprünglich von der Messe Frankfurt in enger Zusammenarbeit mit der ausstellenden Industrie der Light + Building initiiert, ist das Lichtfestival heute eine der größten kulturellen Veranstaltungen in Frankfurt und der Rhein-Main-Region.

Die inhaltliche Ausrichtung der Luminale als Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung verfolgt seit 2018 das Ziel, ein populäres und gleichzeitig künstlerisch und inhaltlich hochwertiges Programm zu gestalten sowie einen nachhaltigen Beitrag zur Stadtgestaltung zu leisten. Die Stadt wird so nicht nur Bühne, sondern auch Gegenstand des Festivals. Projekte, die sich mit urbanen Visionen im Spannungsfeld von Licht, Architektur, Technologie, Ökologie und dem sozialen Miteinander in der Stadt oder mit ihrer Geschichte und Kultur auseinandersetzen, machen dies erlebbar – begleitet von einem interdisziplinären Dialog zu damit verbunden Fragestellungen.

Die Luminale 2018 zeigte 150 Lichtinszenierungen in Frankfurt und Offenbach und zog knapp 250.000 Besucher an. Herzstück der Luminale im städtischen Raum ist der Light Walk. Auf ihm verbinden sich zu Fuß erreichbare Orte zu einem Stadtrundgang und einer öffentlichen Galerie der Lichtkunst. Der Luminale e. V. hat sich im Juni 2017 als gemeinnützige Organisation gegründet, um die Luminale als Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung zu fördern und zu organisieren.