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Leuchtturm für das Erlebnis Kirche

Grundsteinlegung für Kirchen- und Gemeindezentrum St. Johannes in Goldstein
Leuchtturm für das Erlebnis Kirche
Leuchtturm für das Erlebnis Kirche
© D. Wiese-Gutheil/Kath. Stadtkirche Frankfurt

Es soll ein Leuchtturm werden für das Erlebnis Kirche: das neue Kirchen- und Gemeindezentrum St. Johannes in Goldstein. Am Samstag, 16. März, wurde der Grundstein gelegt für das ehrgeizige Bauvorhaben der Pfarrei St. Jakobus im Frankfurter Südwesten.

Der Kirchort St. Johannes, der heute schon unter dem Etikett „Erlebnis Kirche - glauben mit allen Sinnen“ ein Ort zum Aufatmen und Innehalten, zum Austausch über Gott und die Welt, zum gegenseitigen Kennenlernen und Mittun ist, erhofft sich von dem neuen Zentrum noch mehr Möglichkeiten, den Glauben und die Kirche neu zu entdecken und anders zu erleben, quasi als „Wegweiser für St. Jakobus und das ganze Bistum Limburg“, wie der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Rolf Karg, bei der Grundsteinlegung hervorhebt.

Sanierung wäre zu teuer geworden

Grundsteinlegung St. Johannes Goldstein
© D. Wiese-Gutheil/Kath. Stadtkirche Frankfurt

Rund 11.000 Katholiken gehören zur Pfarrei St. Jakobus mit Kirchorten in Niederrad, Schwanheim und Goldstein. Mit Blick auf die sinkenden Katholikenzahlen und den hohen Aufwand zur Instandhaltung der Gebäude aus den 60er Jahren, wurden schon vor 15 Jahren Überlegungen laut, wie man Geld sparen könnte, um die beiden Standorte in Schwanheim und Goldstein zukunftsfähig zu machen und sie damit erhalten zu können. Aufgrund der Statik und einer komplizierten Bauweise stellte sich schnell heraus, dass das Gebäude in Goldstein nicht saniert werden konnte, ohne das Budget völlig zu sprengen.

Der erste Vorgängerbau wurde 1937 errichtet, die alte Kirche St. Johannes 1961 - direkt am mittlerweile denkmalgeschützten Park. Zwischen 1932 und 1936 war rings um das alte Hofgut Goldstein, eine Wasserburg, auf dem Gebiet Schwanheims die Siedlung Goldstein erbaut worden. 1934 wurde ein Pfarrheim errichtet, in dessen Saal auch Gottesdienste gefeiert wurden. 1937 wurde dann der Grundstein für eine Kirche gelegt, die schon ein knappes Jahr später als Notkirche eingeweiht wurde.

Caritasverband übernimmt Gemeindezentrum

Seit 2004 wurde in Goldstein erneut geplant, verworfen, verhandelt, neu überlegt, schließlich im Sommer 2017 die alte Kirche abgerissen. Das Gemeindezentrum wurde an den Frankfurter Caritasverband verkauft, der dort das Jugendwohnheim St. Martin unterbringen will. Damit wurde der Weg frei, mit einem Neubau moderne Akzente zu setzen und die Menschen im Stadtteil noch näher zusammenzuführen. „Ein Ort der Begegnung und des Austauschs soll hier entstehen“, betont Gemeindereferentin und Projektleiterin Christine Sauerborn-Heuser.

Raumvolumen reduziert – Wirkung gewonnen

Grundsteinlegung St. Johannes Goldstein
© D. Wiese-Gutheil/Kath. Stadtkirche Frankfurt

Der Entwurf des Kölner Architekturbüros Königs, der nun realisiert wird, sieht eine deutliche Konzentrierung auf das an Themenkirchen orientierte Leitbild in St. Jakobus vor. Es entsteht, wie Pfarrer Werner Portugall erläutert, ein „Bau, der in Goldstein einen Ort für spirituelle Erfahrungen unterschiedlicher Formate öffnet“. Hier solle ein „Zuhause für den Glauben, aber auch für soziale Kontakte, kreative Ideen und den Austausch unterschiedlicher Kulturen und verschiedener Generationen“ entstehen. Mit dem Neubau reduziert die Kirchengemeinde ihr Raumvolumen in Goldstein um 50 Prozent, schafft aber ein städtebaulich wertiges und ökologisch nachhaltiges Ensemble, das auf das pastorale Konzept zugeschnitten ist und sich abhebt von klassischen Kirchenräumen.

Die Kosten des Neubaus belaufen sich auf 5,2 Millionen Euro, von denen die Pfarrei einen Eigenanteil von 10 Prozent aufbringen muss. Finanziell unterstützt wird die Gemeinde bei ihrem Vorhaben vom Bistum Limburg, das den Großteil der Kosten übernimmt.