Kategorien &
Plattformen
Herzensprojekt nimmt Gestalt an
Herzensprojekt nimmt Gestalt an
Ein neues Referat ist gegründet: Grund zur Freude haben (von links) Franz-Josef Straßner vom Bischöflichen Ordinariat und das neue Referat mit Ilona Jeschke, Dr. Katharina Sauer, Ute Schüssler-Telschow und Theresa Ley. © Lanz/ Bistum Limburg

Herzensprojekt nimmt Gestalt an

Bistum gründet neues Referat „Religionspädagogik im Elementarbereich“.

 „Du bist ein Kind Gottes. Er liebt Dich – ganz genau so, wie Du bist“. Die Referentin Ute Schüssler-Telschow legt einen Stein auf den Tisch. Bemalt mit einem knallroten Herz. Drumherum legt sie kleinere Steine, bemalt mit Wolken, Blitzen, Sonnenschein oder Regentropfen. „Egal, ob Du lachst, weinst, lustig oder zornig bist“, erläutert sie die Motive. Diese kleine religionspädagogische Einheit für Kinder im Kita-Alter veranschaulicht eine nur auf den ersten Blick bürokratische Angelegenheit: Das Bistum Limburg hat ein neues Referat gegründet: „Religionspädagogik im Elementarbereich“. Es kümmert sich um alle Belange der religionspädagogischen Aus-, Fort- und Weiterbildung im Kita-Bereich. Konkret sind das 280 Kindertagesstätten des Bistums mit circa 4800 Mitarbeitern. Das heißt: Gottes Zusage und die Grundlagen des christlichen Glaubens sollen in den katholischen Kitas des Bistums jetzt flächendeckend „Methode“ bekommen.

Am Mittwoch, 13. Juni, hat Pfarrer Martin Sauer die neuen Räume des Referats im ehemaligen Pfarrhaus in Frankfurt-Sindlingen eingeweiht. Die Leitung des neuen Referats, das seinen Hauptsitz in Montabaur hat, übernimmt die promovierte Theologin Katharina Sauer. Sie leitet weiterhin auch das dortige Amt für katholische Religionspädagogik. Als Referentinnen arbeiten am neuen Standort in Sindlingen Ute Schüßler-Telschow und in Montabaur Theresa Ley.

Erzieher sind wichtige Kontaktpersonen zur Kirche

„Natürlich geht es uns auch um das Profil unserer Kitas“, erklärt Katharina Sauer. „Aber in erster Linie geht es um die Kinder: Wir wollen sie in ihrer religiösen Entwicklung unterstützen und ihnen einen Zugang zu Gott ermöglichen. Sie sollen Gott kennenlernen als denjenigen, der sie bedingungslos annimmt und bei ihnen bleibt, auch wenn es schwierig wird.“  Bei ihrer Arbeit mit Erzieherinnen und Erziehern sei sie immer wieder „von den Socken“, wie toll die Mitarbeiter das umsetzten. Kita-Mitarbeiter seien sowohl für die Kinder als auch für die Eltern wichtige Kontaktpersonen zur Kirche. Sie müssten daher qualifiziert auf deren religiöse Fragestellungen eingehen, so die Theologin. Und im Miteinander der Religionen müssen sie zudem einen toleranten Umgang mit anderen Religionen und Bekenntnissen anbahnen können. Hier wolle man die Erzieher weiter mit religionspädagogischen Aus- und Fortbildungsangeboten unterstützen. Das Bistum starte dabei aber nicht bei null. Bereits seit mehr als zehn Jahren gibt es religionspädagogische Angebote für die Kita-Mitarbeiter, die nun aber gebündelt in einem Referat angeboten werden können, erläutert Katharina Sauer.

Offene Türen eingerannt

Mit dem neuen Referat erfüllt sich auch für Franz-Josef Straßner, zuständiger Abteilungsleiter im Bischöflichen Ordinariat, ein großer Wunsch: „Wir mussten gar nicht kämpfen. Wir haben offene Türen eingerannt. Beim Bischof, bei allen beteiligten Stellen und bei der Pfarrei St. Margareta in Frankfurt, die die Räume im Pfarrhaus zur Verfügung stellt“. Er dankte seinem „superstarken Team“, dem Pfarrer und der Pfarrei. Für Straßner ist die Wertevermittlung im Elementarbereich existentiell. Die christliche Wertebasis werde nicht mehr wie früher im Elternhaus vermittelt. „Wir brauchen eine Religionspädagogik, die hilft, Grundhaltungen zu entwickeln, und eine Religionspädagogik, die durchgängig ist und nicht erst in der Grundschule beginnt“, sagt Straßner.                                                                                

Julia Brucker, eine Erzieherin aus Frankfurt, berichtet bei der Einweihung von ihrer Arbeit in einer Kita. Einmal in der Woche bietet sie auf freiwilliger Basis einen religionspädagogischen Impuls an. Dieser sei immer sehr gut besucht und sie spüre dabei immer „ganz viel Herz“. Sie selbst fühle sich danach immer „gesegnet“. Mit den anwesenden Gästen gestaltete sie den Impuls „strahlendes Haus“. Auf einem Tisch wurde mit so genanntem Legematerial ein Haus aus Stoff mit den schönsten Attributen und Symbolen geschmückt und ausgestattet: Mit Licht, Wärme, Fürsorge, Lachen, Musik, Glück, Freundschaft, Freude, schönen Geschichten und mit Liebe. Symbolisch durfte jeder mit einer Spielfigur eintreten in dieses Haus, in das Haus Gottes. Sieht man nun das Logo des neuen Referats, schließt sich der Kreis: Das Logo ist ein strahlendes Haus.

Qualifizierungskurse und neue Fortbildungsformate

Im Pfarrhaus in Sindlingen und in Montabaur bietet das Referat verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen für Kita-Mitarbeiter an. Es gibt berufsbegleitende Kurse, allgemeine religionspädagogische Fortbildungsangebote und neue Fortbildungsformate wie beispielweise Projekttage oder Fachzirkel. Das neue Referat gehört zum Dezernat „Schule und Bildung“, arbeitet aber eng zusammen mit der Abteilung „Kita“, die zum Dezernat „Kinder, Jugend und Familie“ zählt. Weitere Informationen gibt es unter www.relpaed-montabaur.bistumlimburg.de, telefonisch unter 02602680227 und 015779066572 oder per Mail an i.jeschke@bistumbistumlimburglimburg.de und u.schuessler-telschow@bistumbistumlimburglimburg.de.