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Generationen von Studierenden und Priesteramtskandidaten geprägt
Generationen von Studierenden und Priesteramtskandidaten geprägt
© Rana M. Bose

Generationen von Studierenden und Priesteramtskandidaten geprägt

​​​​​​​Nach 34 Jahren als Spiritual wurde Pater Michael Schneider in Sankt Georgen verabschiedet
Weihbischof Dr Thomas Löhr feierte in Sankt Georgen einen Dankgottesdienst. © Rana M. Bose
Weihbischof Dr Thomas Löhr feierte in Sankt Georgen einen Dankgottesdienst. © Rana M. Bose
Die Priesteramtskandidaten und Studierenden in Sankt Georgen verabschieden sich von Pater Michael Schneider mit einem Präsent. © Rana M. Bose

Mehr als drei Jahrzehnte hat Pater Michael Schneider im Priesterseminar Sankt Georgen in Frankfurt Priesteramtskandidaten begleitet. Nach 34 Jahren als Spiritual ist er nun Anfang Juni mit einem Gottesdienst verabschiedet worden. Der Limburger Weihbischof Dr. Thomas Löhr dankte Schneider für sein langjähriges Wirken, das in den Bistümern sehr wertgeschätzt worden sei. „In seinen 34 Jahren als Spiritual in Sankt Georgen, ebenso als Professor für Dogmatik, für Liturgie und für Geistliche Theologie hat er Generationen von Priestern und Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten geprägt“, betonte Löhr. „Er hat den Seminaristen und allen Studierenden, den Priestern in Geistlicher Begleitung und den Bistümern durch seine Vorträge viel gegeben. Durch seine Spiritualität ebenso wie durch seine Intellektualität, in seiner bewundernswerten Schaffenskraft ebenso wie in seiner Menschlichkeit. Im Diskurs der Theologie wie durch die Feier der Liturgie, namentlich der ostkirchlichen Liturgie und liturgischen Spiritualität, hat er uns Horizonte erschlossen, die uns sonst nicht zugänglich gewesen wären.“

„Es war sicherlich eine Herausforderung, über die Jahrzehnte immer wieder neu die Anliegen der Seminaristen aufzugreifen und ihnen Wege zum geistlichen Wachstum zu zeigen“, sagte Pater Herbert Rieger SJ, Regens des Priesterseminars Sankt Georgen. „Er schöpfte dabei nicht nur aus den Biographien der Heiligen, die für ihn eine wichtige Rolle spielten und aus der abendländischen Spiritualität, sondern auch aus der ostkirchlichen, vor allem auch aus der göttlichen Liturgie. Der Blick über den eigenen Tellerrand hat so oft für viele neue Perspektiven eröffnet.“ Unverkennbar sei auch Schneiders „kölnische Prägung einer grundgegebenen Vertrautheit mit dem ,Herrgott‘“ gewesen, „die nie die Verankerung der spirituellen Freuden auch im Irdischen verleugnen wollte.“

Schneider wird Spiritual im bayerischen Eichstätt

Ein Spiritual ist für die geistliche Ausbildung der Priesteramtskandidaten zuständig. Er vermittelt Wissen zu den verschiedenen geistlichen Traditionen in der katholischen Kirche und begleitet die Priesteramtskandidaten dabei, ihre eigene Spiritualität im Alltag zu entwickeln und zu leben. So gibt er beispielsweise bei Exerzitien geistliche Impulse. In Sankt Georgen bildet er gemeinsam mit dem Regens und Subregens das Seminarkollegium. Im Sommer verlässt Schneider die Philosophisch-Theologische Hochschule und wird im Priesterseminar der bayerischen Diözese Eichstätt als Spiritual tätig werden.

Schneider wurde 1949 in Köln geboren. 1981 entschied er sich, in das Noviziat der „Gesellschaft Jesu“ einzutreten. Seit 1984 war er Spiritual am Priesterseminar in Sankt Georgen. Von 1985 bis 2000 war er Dozent für Spirituelle Theologie an der Universität Salzburg. Seit 1991 war er Professor für Dogmatik und Liturgiewissenschaft in Sankt Georgen. 2002 wurde er zum Großarchimandrit des Patriarchats von Antiochien geweiht. Durch den Ehrentitel ist Schneider Vertreter der griechisch-katholischen Kirche in Deutschland. Im Limburger Dom feierte er zum Nikolaustag besondere Gottesdienste im byzantinischen Ritus. Seit 2005 ist er Prior des Patriarchalischen Ordens vom Heiligen Kreuz in Jerusalem. Schneider leitet seit 2007 das Byzantinische Seminar an der Hochschule Sankt Georgen.