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En passant ein Moment der Andacht

Aschenkreuz to go für Eilige im Innenhof von Liebfrauen
En passant ein Moment der Andacht
En passant ein Moment der Andacht
© D. Wiese-Gutheil/Kath. Stadtkirche Frankfurt

En passant ein Moment der Andacht! Erstmals konnten Gläubige am Aschermittwoch im Innenhof des Frankfurter Liebfrauenklosters stündlich ein „Aschenkreuz to go“ erhalten. Schon zum ersten Termin um 12 Uhr hatten sich gut 50 Menschen vor der Muttergottes versammelt, um sich in einer kurzen Andacht das Symbol der menschlichen Vergänglichkeit auf die Stirn zeichnen zu lassen.

Ein Mann war extra aus Harheim in die Innenstadt gefahren, um diese Chance zu ergreifen. Bei ihm „auf dem Dorf“ gebe es heute keinen passenden Gottesdienst. Elwira Lyszka hat die Mittagspause genutzt: „Mein Chef weiß, dass ich katholisch bin und hat mich auf das Angebot aufmerksam gemacht. Eine Heilige Messe hätte ich heute zeitlich nicht geschafft“, erzählt sie, noch ganz beseelt von der kurzen Zeremonie. Auch für Marinela Wiorek hat es gerade gepasst: „Ich habe eben eine Kerze bei der Muttergottes angezündet, um für meine Anliegen zu beten, als ich die Stimme des Pfarrers gehört habe. Das ist wie ein Zeichen Gottes“, berichtet sie mit belegter Stimme.

„Kundenfreundliches Angebot“ am Werktag

Für Bruder Christophorus, den Rektor des Kapuzinerklosters in Liebfrauen, ist das „Aschenkreuz to go“ ein „kundenfreundliches Angebot“ neben den drei Messfeiern, die die Patres am Aschermittwoch ebenfalls anbieten. Und er meint das keineswegs abschätzig, sondern ganz im Gegenteil: „Die Austeilung des Aschenkreuzes ist nicht an eine Eucharistiefeier gebunden“, erzählt er, „die katholische Kirche hat bewusst liturgische Möglichkeiten für so eine kurze Andacht.“ In Mexiko etwa sei es gang und gäbe, dass sich die Katholiken ihr Aschenkreuz irgendwann im Laufe des Tages in einer der zahlreichen Kirchen abholten, wo Priester ganztags bereitstünden für diesen Segen.

„Auch wer nur kurz Zeit hat, geht mit dem Aschenkreuz bezeichnet bewusster in die kommenden 40 Tage der Fastenzeit“, ist sich Bruder Christophorus sicher. „Innehalten, sich neu ausrichten, sich auf die eigene Vergänglichkeit besinnen, bewusst das eigene Leben in den Blick nehmen, das geschieht hoffentlich in den 40 Tagen bis Ostern“, sagt auch Stefan Hofmann, der Leiter der katholischen Informationsstelle punctum direkt neben der Liebfrauenkirche. Er hat gemeinsam mit dem Kirchenrektor das neue Angebot aus der Taufe gehoben, ganz bewusst, denn: „So können auch Eilige und Passanten die Fastenzeit mit dem richtigen Symbol beginnen.“

Aschenkreuz erinnert an menschliche Vergänglichkeit

Mit dem Aschermittwoch beginnt in den christlichen Kirchen die siebenwöchige Fastenzeit bis Ostern. In der katholischen Kirche werden an diesem Tag seit altersher die Palmzweige des Vorjahres verbrannt. Aus der so gewonnenen und gesegneten Asche zeichnen Priester den Gläubigen ein Aschenkreuz auf die Stirn. Es soll die Menschen an ihre Vergänglichkeit erinnern und sie zur Umkehr aufrufen. Dazu spricht der Priester die Worte „Gedenke Mensch, dass Du Staub bist und zum Staub zurückkehrst“.